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 Die Aufteilung der Markengründe

 Die preußische Regierung teilte 1845 die jahrhundertelang gemeinsam zwischen den Markgenossen genutzten Markengründe unter die Nutzungsberechtigten auf. Die Größe der Zuteilung richtete sich nach dem Anteil, den der einzelne Markgenosse am Markengrund besaß. Die Meßkornpflichtigen, die bisher rd. 25 ha Erbland ihr eigen nannten, wurden auf rd. 65 ha aufgestockt.

Die Kötter mit etwa 8 ha Eigentuın stiegen auf 20 ha, und die, welche nur ein Nutzungsrecht besaßen, erhielten 1 ha Moor zum Torfstechen und bis zu 2 ha Heide. Die zugeteilten Grundstücke wurden nicht kostenlos überlassen. Sie mussten bezahlt werden, wobei die Summe zwischen 50 und 100 Mark je ha schwankte. Viele Bauern verzichteten aus finanziellen Gründen auf einen Teil der ihnen zustehenden Flächen. Wer das nötige Geld besaß, kaufte diese dazu. Auf diese Weise gelangten auch einige Handwerker und Geschäftsleute, die keinen Markenanteil besaßen, zu Grund- und Bodenbesitz.
Was Rekener Markengenossen nicht kaufen wollten oder konnten, übernahmen die finanzstarken Adligen. Erst durch die Markenteilung gelangten sie zu ihrem großen Grundbesitz, vor allem dort, wo sie das alleinige "Markenrecht besaßen. Die Flächen im Hochmoor, etwa 150 ha groß, auf die die Markgenossen der Kirchbauerschaft verzichteten, übernahm der Graf Landsberg von Velen, der Herzog von Croy (von den Hülster-Markgenossen etwa 200 ha) und der Baron von Fürstenberg (fast die Hälfte der Klein Rekener Mark, etwa 500 ha).

Alle Grundflächen, die allgemein nutzbar bleiben sollten, wurden zu Gemeindegrund erklärt. Am Fischedyk, heutiges Altersheim, bleichten die Dorfbewohner des Ortsteiles Groß Reken ihr selbst gewebtes Leinen. Aus dem Teich holten sie mittels der „Kufe“ ihr Trinkwasser.
Der Riesweg, heutiger Friedhof und Friedhofsvorplatz, war Kinderspiel- platz, Sammelplatz der Prozession und Exerzier- und Schießplatz des Landsturms sowie des Schützenvereins. Nach jahrelangem Prozess mit dem Schulzenhof, der diese Flächen als Eigentum beanspruchte, gingen sie in Gemeindebesitz über. Dasselbe geschah mit einer Bleiche in der Voßplacke und einer Bleiche bei Bauer Wübbeling. Ebenso gingen die Mergelgruben, 4 1/2 ha groß, aus der alle Rekener ihre Kalkdüngung holten, in Allgemeinbesitz über.

Um die anwachsende Bevölkerung ernähren zu können, mussten die Erträge in der Landwirtschaft gesteigert werden. Justus v. Liebig, der große deutsche Forscher und Chemiker, erkannte, dass mit Naturdünger allein auf schlechten Böden die Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen nicht ausreichte, um höhere Erträge zu erzielen. Der Boden brauchte nicht nur Kalk, der bereits jahrhundertelang als Düngemittel verwendet wurde, ihm mussten zusätzlich Phosphor, Kali und sonstige wichtige Mineralien, vor allem aber in ausreichender Menge Stickstoff, zugeführt werden. Die Düngerindustrie entstand, welche diese Mineralien lieferte. Die Versorgung mit Stickstoff war ein schwieriges Problem, da es ihn als Mineral nicht gab. Die Erkenntnis, dass Lupinen und Klee in der Lage sind, Stickstoff aus der Luft zu sammeln, führte zum verstärkten Anbau dieser Pflanzen. Später wurde der Stickstoff der Luft auf chemischem Wege an andere Stoffe gebunden und als Düngemittel verwendet. Der „Guano“, ein in Chile und Peru aus dem Kot von Seevögeln stammendes stark phosphorhaltiges Produkt, wurde zuerst Weltweit als Mineraldünger verwendet, später von Thomasmehl, Kali und Kalk verdrängt.
Landwirtschaftsvereine entstanden und die ersten Landwirtschafts-Zeitschriften erschienen.
Die Vieh- und Hagelversicherungen Wurden gegründet.

 
  • Landwirtschaftliche Zeitung

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