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Die Kriegsjahre

 Von Ende Oktober 1939 bis zum Beginn des Westfeldzuges 1940 waren häufig wechselnde Einquartierungen in unserem Dorfe. Zuerst War es Kavallerie aus Mecklenburg, danach waren es Truppenteile aus Ostpreußen, Pommern, Hessen und zuletzt die SS-Truppe „Der Führer“. Sie bestand aus Österreichern.
Befehl, zur Untersuchung zu erscheinen, vom 26. Juni 1944
  • Befehl zur Untersuchung
Wegen ihrer antichristlichen Einstellung gab es gleich Differenzen mit der Bevölkerung, die aber sofort aufhörten, als die Soldaten strengsten Befehl erhielten, die religiösen Gefühle der Quartierleute zu respektieren. Nach dem Einmarsch in Dänemark und Norwegen begann der Krieg gegen Frankreich. Mit der Kapitulation Frankreichs war zunächst Ruhe. Der Westfeldzug brachte auch die ersten Luftangriffe auf unser Gebiet. In der Nacht vom 26. zum 27. Mai 1940 fielen die ersten Bomben in der Nähe des Benediktushofes und der Arbeiterkolo- nie in Maria Veen, deren Schmiede zerstört wurde. Am Pfingstfest wurde der Gottesdienst polizeilich verboten, angeblich, weil keine Luftschutzkeller oder Bunker eingerichtet waren. Hilfsbereite Kräfte haben den ganzen Pfingsttag tüchtig gearbeitet, um im Keller bei dem Kaufhaus Viefhaus, in der Wirtschaft Hartmann, in der Bäckerei Wübbeling-Tovar und bei Schulze-Holthausen notdürftig Luftschutzkeller einzurichten. Am Pfingstmontag konnte bereits der Gottesdienst wieder stattfinden. Auch wurde 1940 der erste Gefallene des Westfeldzuges gemeldet. 1941 überfiel die Wehrmacht am 22. Juni ohne jegliche Vorwarnung die Sowjetunion. Die Luftangriffe auf unsere Gemeinde wurden heftiger und häufiger. In der Nacht zum 7. Juni 1941 erfolgte ein großer Angriff auf Hülsten mit etwa 52 Kampfflugzeugen. Der Angriff dauerte etwa 2 Stunden. Die Gehöfte Thies, Büning, Hagedorn und Kattenpohl wurden vollständig zerstört. Immer mehr fange Leute aus unserem Dorfe wurden eingezogen. _ Im Jahre 1943 baute eine Radareinheit ihre Geräte auf dem Melchenberg auf. Dem Amtsbürgermeister Bösing gelang es durch geschicktes Verhandeln, dass der Brunnen zur Wasserversorgung der Truppe auf dem Schulzenhof angelegt und die Wasserleitung durch die Hauptstraße geführt wurde. Alle Anlieger konnten sich anschließen und ein Teil Rekens war von der „Wasserplage“ befreit.
Der Feldzug in Russland geht „siegreich“ weiter; mit bisher 123 Gefallenen ( 1942) ist die Zahl gegenüber dem Gesamtverlust des 1. Weltkrieges bereits überschritten. Um Schutz gegen die immer häufiger werdenden Luftangriffe zu finden, werden zahlreiche Bunker gebaut und Keller durch Balkeneinzug in Luftschutzkeller umfunktioniert. In einem Luftkampf, der sich über der Gemeinde abspielt, werden 9 Flugzeuge abgeschossen, 7 deutsche und 2 britische. Nach der Landung der Amerikaner und Briten in Frankreich am 6. Juni 1944 nähert sich das Kriegsgeschehen der deutschen Westgrenze. Als Nachschubweg liegt die Bahnstrecke Coesfeld-Dorsten täglich unter Beschuss durch feindlicher Jagdbomber. Es scheint, dass man auch erkannt hat, dass in Reken die V2- Geschosse ausgeladen werden. Am 3. Dezember 1944 gegen 8.30 Uhr kommen durch Luftangriffe auf die Bahnstrecke in der Nähe von Denne/Wortmann 26 Reisende zu Tode. Viele werden schwer verwundet und in unser Krankenhaus gebracht. Am 5. Dezember 1944 werden durch Bomben 5 Häuser in Maria Veen zerstört. Der Bergmann Hölker, Vater von 10 Kindern, und die Frau Kapteina, Mutter von 6 Kindern, deren Mann vermisst ist, erleiden dabei den Tod. Der Benediktus- und Bernatdushof in Maria Veen,die bislang als Genesungsheime für verwundete Soldaten eingerichtet waren, werden ab jetzt Reservelazarette.
 
  • Hof Wortmann in Klein-Reken nach einem Bombenangriff im Jahre 1940
 
  • Der zerstoerte Dachstuhl des Hofes Wortmann Klein-Reken
Anfang 1945 werden durch Bombenangriffe mehrere Gehöfte im Sandheck schwer beschädigt. Das Kriegsgeschehen nähert sich der Gemeinde. Bergleute, vor allem aus Recklinghausen-Süd, legen Befestigungen an, hauptsächlich von Bahnhof-Reken bis zum Pastorat. Panzerbarrikaden werden gebaut. Die ganze Gemeinde ist mit Flak belegt. Es gibt starke Einquartierungen. Das Reservelazarett Maria Veen wird Hauptverbandplatz und Kriegslazarett. Das Kloster nimmt den Sanitätspark auf. Infolge der vielen Luftangriffe ist man bei Tag und Nacht seines Lebens nicht mehr sicher. Die Zahl der Einheimischen, die durch Bomben umkommen, wird immer größer. Am 22. März 1945 in den Vormittagsstunden erfolgt ein schwerer Bombenangriff auf das Dorf Groß Reken, am 23. März nachmittags ein Angriff mit Brandbomben. Das Dorf brennt lichterloh. Ein großer Teil des Dorfes ist vernichtet, auch das Schulgebäude und das Amtshaus. Viele Häuser sind schwer beschädigt. Leider müssen 4 Dorfbewohner bei diesen Angriffen sterben. Das Dorf steht leer, die Bewohner halten sich auf den Bauernhöfen oder in den Wäldern in Hohlwegen auf fast 100 Familien werden ausgebombt. Sie finden Aufnahme bei Verwandten und Bekannten oder wohnen in Stallungen, Scheunen oder Baracken.

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