Der Ortsteil Groß Reken 

Die Besiedelung des Rekener Raumes beginnt schon einige Tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung. Dieses wird durch Funde von Urnenfriedhöfen Dokumentiert. Im heutigen Ortsteil Groß Reken fand man, im Brook und am Uhlenberg, Urnenfriedhöfe die aus der Zeit um 3000 vor Christi Geburt stammen.
Das Rekener Gebiet war von Sumpf und Moor umgeben wie eine Burg von ihrer Mauer. Deswegen blieb die Rekener Urbevölkerung wahrscheinlich von den Großen Völkerverschiebungen zur Zeit der Kelten und Germanen verschont.
 
Im Jahre 889 wurden in einer Schenkungsurkunde, ein Liadgrim und ein Wido, mit dem Haupt Hof „Recnun“ genannt.
Aus den Jahren bis zur Fürstbischhöfliche Herrschaft ist wenig bekannt.
  • Abschrift der Schenkungsurkunde

Entwicklung des Ortskernes

Nach der Errichtung einer Kirche auf dem Haupt Hof Reken wurden Dienstmannen des Hofes um die Kirche angesiedelt. Sie bildeten den Anfang des Ortskernes Groß Reken. Einige wurden auch am Oberhof angesiedelt, so dass der Ortsteil aus dem Niederdorf und dem Oberdorf bestand. 
Der dazwischen liegende Schulzenhof teilte die beiden Siedlungsgruppen. Der Besitzer des Oberhofes war der Wappenträger des Haupt- oder Schulzenhofes, der drei Raben in seinem Schild führte; daher der Name Raven-Bur. Diese angesiedelten Diestmannen übten alle nebenbei ein Handwerk aus. Vom Haupt Hof erhielten sie Ackerland in Erbpacht, das als Hurland bezeichnet wurde. Für diese Überlassung mussten sie 3 Tage Handdienst im Jahr auf dem Schulzenhof verrichten.

 Die ersten Ansiedler waren im Niederdorf: Uphave, Lehnen (heute Hagemann), Mechelswerth und Niewerth (heute Schaumburg).

 

Ortsteil Groß Reken Unterdorf Groß Reken Unterdorf          Unterdorf Groß Reken Unterdorf

 

Im Oberdorf: Grothe, Keuther, Wullen, Goerth (heute Haus Wilkes), Kellers (heute Höing), Voeth (heute Röhling gt.Freks), Fenger (heute Wübbeling), Bollen (heute Kemper) und Hillen (heute Lensing gt. Matties ).
 
Um 1750 waren am Fischedyk (heutiges Altersheim) ein Steinbrandofen, ein Teerofen und eine Sägegrube vorhanden. Im Oberdorf beim heutigen Geschäft Höing befand sich eine Grube, in der die Tierfelle zur Lederherstellung gegerbt Wurden.
Der erste jüdische Dorfbewohner, ein Löwenstein, wird 1758 erwähnt.
Um diese Zeit entstanden auch die Dorfnachbarschaften: die Unterdörfer, Oberdörfer, Surkstämmer und Pläckerhooker.

Im Jahre 1821 wurde der Schulzenhof unter zwei Geschwistern geteilt. Nach dem Konkurs des einen Teiles konnte die Baulücke zwischen Ober- und Unterdorf geschlossen werden.

 

 Schulte Holthausen(Schulzenhof)   Schulte Holthausen(Schulzenhof)   Schulte Holthausen(Schulzenhof)
  • Schulte_Holthausen
  • Schulte_Holthausen_Hofansicht
  • Schulte_Holthausen_Hofansicht2
 

Mit dem Bau der Landstraße Borken-Haltern 1883 durch den abgetrennten Teil des Schulzenhofes entstand die heutige Hauptstraße, die eine bessere Verbindung zwischen den beiden Häusergruppen schaffte.Bis 1912 war der Ortskern durch die allgemeine Entwicklung auf 147 Häuser angewachsen. Die Hauptentwicklung setzte nach dem 2. Weltkrieg ein. In den Jahren 1953 - 1955 wurde eine zweite Kirche, St. Heinrich, gebaut und die alte Kirche Simon und Judas als Museum eingerichtet. 1985 zählte der Ortskern Groß Reken 701 Wohnstätten (Hausnummern).

  • Altes Amtsgebude
  • Jugendhaus_Hauptstrasse007
Altes Amtsgebäude heute Jugendhaus Hauptstraße

Durch den 2. Weltkrieg und ständig wachsende Einwohnerzahlen änderte sich das Erscheinungsbild der Haupstraße im laufe der Zeit. Im Jahre 1999 erhält die Hauptstraße durch einen Rückbauzu einem Verkersberuhigten Geschäftsereich ein völlig anderes Gesicht. Mit der Veränderung der Hauptgeschäftsstraße in den Groß-Reken vollzieht sich gleichzeitig auch ein Wandel in der Funktion der Straße. Es werden Plätze geschaffen, die den gewollten Aufenthalt in der Straße als Treffpunkt besonders unterstützen.

Hauptstraße vor 1999

  • Hauptstrasse_vor_1999
  • Hauptstrasse_vor_1999_2
  • Hauptstrasse_vor_1999_3
 Hauptstraße vor 1999  Hauptstraße vor 1999  Hauptstraße vor 1999

 Hauptstraße nach dem Umbau von 1999

  • An de Waterpumpe
  • Hauptstrasse_nach_1999-1
  • Hauptstrasse_nach_1999-2
  • Hauptstrasse_nach_1999-3

 Weitere Bilder hier:

 

 

Die Alte Kirche

 Die kath. Pfarrgemeinde besteht schon wenigstens seit dem 13. Jahrhundert. Das erste Gotteshaus stand in der Schulten-Kerkbrei, etwa 100 - 200 m südöstlich von der jetzigen Kirche.
Der nördliche Anbau an der jetzigen Kirche, die sog.neue Kirche, entstand, wie ein Stein über der nördlichen Tür vermeldet, im Jahre 1519.
Die Erbauung der Alten Kirche in Reken dürfte in das Ende der Regierungszeit Bischof Hermanns II. fallen.
  • Grundriss_Alte_Kirche_nach_Renovierung
Grundriss Alte Kirche nach Renovierung

Die Pfarrkirche St.Heinrich

Der Neubau dieser Kirche führte zur Bildung der Pfarrgemeinde St. Heinrich. Die Grundsteinlegung erfolgte 1955 unter Pfarrer Asselhof und Kaplan Huesmann. 1955 fand die feierliche Einweihung statt.
  • St_Heinrich
  • St_Heinrich1
  • St_Heinrich

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Die Schulen

Die Volksschulen Waren ursprünglich kirchliche Einrichtungen, die die Kinder in Religion unterrichten. Sie entwickelten sich nach und nach aber zu elementaren Bildungseinrichtungen. Neben dem Religionsunterricht erhielten die Kinder Unterricht im Lesen, Schreiben und Rechnen.
Bis zum 18. Jahrhundert wurde die Schulaufsicht von kirchlichen Organen wahrgenommen. Zu Beginn des 19.Jahrhunderts erkannte auch der Staat die Wichtigkeit von Schulen und leistete finanzielle Unterstützung, indem er Zuschüsse zu den Lehrergehältern gab.
Die Schulen vor und zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren äußerst primitiv. Die Lehrer waren schlecht ausgebildet und übten ihre Tätigkeit als Nebenbeschäftigung aus, welche von den Eltern, die ihre Kinder in die Schule schickten, bezahlt wurde.
Vor der Schulreform 1968 gab es in Groß Reken, im Bollengraben und im Preinhok Volksschulen.
  • letzte_Schule_Preinhok
  • Viefhues_Schoole_in_der_Hauptstrasse_links
 Die letzte Schule im Preinhok
erbaut 1959
Viefhues Schoole
in der Hauptstrasse links
 

Die Freiwillige Feuerwehr Groß Reken

Jedes Ding, so sagt man, hat zwei Seiten. Das Leben der Menschheit ohne das Feuer ist undenkbar. Gleichzeitig brachte das Feuer oft ungeheures Verderben. In alten Stadtchroniken liest man häufig, dass die und die Stadt, das alte Schloss, die berühmte Kirche in dem oder dem Jahr durch eine Feuersbrunst völlig zerstört wurde.

Um sich gegen die Feuersbrände zu schützen, wurde eine Feuerwache eingerichtet. Beim Ausbruch eines Feuers halfen die Nachbarn mit Brandeimern. Die Leute bildeten eine Kette, in der dann die Wassereimer von der Wasserquelle bis zum Brandherd von Hand zu Hand weitergereicht wurden.

So war es wohl auch in Reken. Hier waren im Dorf verteilt Löschteiche angelegt, von denen der im Pläckerhook bis in die jüngste Zeit bestanden hat.
Um eine besser organisierte und schlagkräftigere Löschgruppe zu haben, wurde am 8. September 1908 die „Freiwillige Feuerwehr“ Groß Reken gegründet.
Die Anfangsstärke der Wehr betrug 30 Mann. Im Jahre 1911 hat die Wehr im Oberdorf ein Feuerwehrgerätehaus gebaut. Eine neue Spritze und 200 m Schläuche konnten beschafft werden.

  • Spritzenhaus Gro Reken
  • Löschzug_Groß_Reken_um_1937
Alte Spritzenhaus Groß Reken Löschzug Groß Reken um 1937

St. Ludgerus-Hospital zu Groß Reken

1886  Gründung einer ambulanten Krankenpflege in Groß Reken durch Pfarrverwalter Hermann Harrier
Ausschnitte aus der Chronik St. Ludgerus-Hospital zu Groß Reken.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts lag im Rekener Raum die Krankenversorgung noch sehr im argen. Die nächsten Ärzte kamen von Velen, Lembeck oder Haltern durch das unwegsame Gelände nach Reken geritten oder auch mit dem Dogcart (Zweirädigereinspänner) gefahren, um erkrankte Patienten zu behandeln. Ebenso gab es damals keine Apotheke.
Rezept aus dem Jahre 1870 Das Ludgerushospital zu Groß Reken 
  • Rezept_aus_dem_Jahre_1870
  • Altes_Krankenhaus

14. April 1870
vom Apotheker B. Schmidt in Velen vorgeschriebene Medizindosis:
„Für Schultebohlen Alle zwei Stunden
einen Eßlöffel voll zu nehmen“

(Foto nach 1970: Schw. Therese)

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