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Die nächsten Termine des Heimatverein

28 Jul 2018 - 28 Jul 2018
00:00 Uhr -
Große Radtour mit Biwak
17 Sep 2018 -
19:30 Uhr -
Proaloawend Haus Uphave

Proaloawend des Heimatvereins Reken "Gott und die Welt“

Mit dieser Thematik befasste sich der Rekener Heimatverein beim jetzigen Proaloawend im Heimathaus Uphave. Die vor 500 Jahren durch den Thesenanschlag Martin Luthers an der Schlosskirche zu Wittenberg ausgelöste „Reformation“ nahm der Heimatverein jetzt zum Anlass, einen heimatgeschichtlichen Rückblick zu wagen. „Wie auch die Religion in Reken Geschichte machte“ hieß der Untertitel zum aktuellen Thema. Dabei wurde der Blick gezielt auf die Auseinandersetzungen zwischen den katholischen und evangelischen Christen gerichtet, ein Ereignis, das sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auch in Reken abspielte.

001 Evlg. Kirche Grundsteinlegung 1954Grundsteinlegung für die Errichtung einer evangelischen Kirche in Reken 1954. Ganz links im Bild: Pfarrer Karl Drees

Vereinsvorsitzender Bernd Hensel, der zu diesem Proaloawend das Konzept entwickelt hatte, stellte einleitend fest, dass die Bevölkerung Rekens bis Kriegsende 1945 fast ausschließlich aus Katholiken der römisch-katholischen Kirche bestand. Durch Flucht und Vertreibung aus den Ostgebieten (Ostpreußen, Pommern, Schlesien, Sudetenland) kamen sehr viele Landsleute evangelischen Glaubens nach Reken. Die damalige Zwangsbewirtschaftung des vorhandenen Wohnraumes, damit verbunden die Aufnahme der Flüchtlinge in der eigenen häuslichen Umgebung und nicht zuletzt das Mitbringen einer „anderen Religion“ schaffte damals den Nährboden dafür, dass vor allem die „Evangälsken“, so häufig im Volksmund bezeichnet, nicht immer einen leichten Stand hatten, an ihrem zwangsumgesiedelten Standort Reken Fuß zu fassen und eine neue Heimat zu finden.

Hensel ging sodann kurz auf die Geschichte der evangelischen Christen in Reken ein. Die kleine evangelische Diasporagemeinde Reken wurde zunächst von der Groß-Pfarre Coesfeld mitbetreut. 1948 wurde Pfarrer Karl Drees in den Kirchspielen Groß Reken, Bahnhof Reken, Klein Reken, Maria Veen und für das Alterheim Letterbruch zum Seelsorger ernannt. Gottesdienste fanden zunächst im Weißen Haus (Hartmann), später in den Sälen der Gasthöfe Schmelting (Groß Reken) und Bösing (Klein Reken) statt. 1954 erfolgte die Grundsteinlegung für eine evangelische Kirche und für ein Pfarr- und Gemeindehaus. Ein Jahr später wurde der Komplex eingeweiht. Zu dieser Zeit zählte die evangelische Gemeinde in Reken 680 Mitglieder.

002 Evangel. Friedenskirche mit Gemeindehaus 1955

evangelische Kirche, die später den Namen „Friedenskirche“ erhielt, zusammen mit den Gemeindehaus nach der Fertigstellung 1955

Die Kirche selbst erhielt später offiziell den Namen „Friedenskirche“. Von 1960 bis 1987 war es Pfarrer Wilhelm Bardelmeier, der die evange-lischen Christen in Reken seelsorgerisch betreute. 1988 wurde Pastor Dirk Fleischer Amtsnachfolger. Seit Juni 1987 gehört die Pfarrstelle Reken nicht mehr zur Kirchengemeinde Coesfeld, sondern zur neuen Kirchengemeinde Gescher-Reken.

In der folgenden Diskussion kamen sowohl die positiven als auch die negativen Erfahrungen aus der damaligen Zeit auf den Tisch. Insbesondere eine Heirat zwischen Brautpaaren beider Konfessionen verbreitete bis weit nach Kriegsende in der überwiegend katholischen Bevölkerung Rekens ein Horror-Szenario. Auch in der Schule und beim Spielen wurde den katholischen Kindern gegenüber den „Andersgläubigen“ häufig größte Zurückhaltung auferlegt. Bei Schützenfesten setzte sich ein katholischer Pfarrer nicht zusammen mit seinem evangelischen Amtsbruder in einer Kutsche. Die zahlreichen Diskussionsbeiträge waren schließlich geeignet, feststellen zu müssen, dass es in Reken Jahrzehnte bedurfte, um dem religiösen „Hick-hack“ ein Ende zu bereiten

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