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Die nächsten Termine des Heimatverein

Keine Termine

Nachbericht über den Proaloawend des Heimatvereins

Mit welchen Problemen haben sich unsere Vorfahren im Alltagsleben herumschlagen müssen? Welche Dinge im täglichen Leben bedurften seinerzeit eines Vertrages. Welche Streitigkeiten sorgten früher in Nachbarschaften für Zündstoff? Diese und noch eine Fülle weiterer Fragen verbargen sich hinter dem jetzigen Proaloawendthema des Heimatvereins Reken, das da hieß: „Interessantes aus alten Akten“. Im Heimathaus Uphave berichtete Vorstandsmitglied Andreas Fraune, gleichzeitig auch aktiver Mitarbeiter des Heimatarchivs, über in Akten, Verträgen, Urkunden und sonstigen Dokumenten festgehaltene Vorgänge, die zur damaligen Zeit das Zusammenleben der Menschen der hiesigen Dorfbevölkerung regelten und die teilweise heute noch zum Schmunzeln Anlass geben.

002die weibliche Helferschar des Heimatvereins beim Zubereiten des „Ärpelspannkook“ (Kartoffelpfannkuchen).

Zuvor hatten fleißige Helferinnen für die Schar der anwesenden Heimatfreunde aus allen Ortsteilen Rekens „Ärpelspannkook“ (Kartoffelpfannkuchen) gebacken, eine zu dieser Jahreszeit in früheren Jahren übliche Abendspeise. Vereinsvorsitzender Bernd Hensel konnte an diesem Proaloawend auch eine kleine Abordnung vom Heimatverein Lembeck begrüßen, wollte die Delegation doch den Ablauf eines traditionellen und heimatlichen Rekener Erzählabends miterleben, um eventuell auch im Nachbarheimatverein ein solches Angebot installieren zu können.

001Andreas Fraune (stehend im Hintergrund) im Heimathaus Uphave bei seinem Vortrag über altes Aktengut aus dem Heimatarchiv.

Nach der Stärkung mit dem „Reibekuchen“ begann Andreas Fraune mit der Vorstellung von interessantem Aktengut, das übrigens gut gesichert im Archiv der Heimatvereins untergebracht ist. Beim Verlesen eines sogenannten „Freibriefes für einen Hofbehörigen“, ausgestellt vom Grafen Landsberg, wurde die geschwollene und sprachlich schwer verständliche Ausdrucksweise aus dem 17. und 18. Jahrhundert deutlich. Die Landbevölkerung, die seinerzeit häufig weder Lesen noch Schreiben konnte, war bei Verträgen und anderen notariellen Urkunden oftmals überfordert. Die Unterschrift unter Dokumenten erfolgte häufig durch drei Kreuze (XXX), die wiederum in der Form beglaubigt werden musste, dass diese Signatur vom Betroffenen stammte.

Fraune erzählte auch von einem Ende des 18. Jahrhundert in Reken negonnen Prozesses, der über achtzig Jahre dauerte, wo schließlich auch noch die Kinder und Kindeskinder der streitenden Parteien verwickelt waren und wo der Prozessgegenstand (zunächst eine Erbschaftsangelegenheit) am Ende in nachbarschaftliche Allerweltsprobleme versumpfte. Lustig wurde es, als Andreas Fraune die Statuen eines damals in Reken gegründeten Moorarbeiter-Vereins verlas. „Trunkenbolde“ und „Mitglieder einer Schnapsgesellschaft“ waren hiernach offiziell von einer Mitgliedschaft im Verein ausgeschlossen.

Fraune sprach schließlich auch die Gerichtstage an, die in früherer Zeit in Reken abgehalten wurden. Das Amtsgericht Borken begab sich seinerzeit nach Reken, wo im Saal der damaligen Gaststätte und Metzgerei Röhling an der Hauptstraße (heute Dorfapotheke) „gerichtlicher Kleinkram“ zeit- und ortsnah abgewickelt wurde. Schließlich wusste Fraune noch über Anekdoten zu berichten von Rekener Originalen, von Sonderlingen, die sich in Reken durch ihr Denken und Handeln in auffallender Weise von den Gewohnheiten der übrigen Bevölkerung absetzten. Auch Pfarrer Hermann Harrier kam hier zur Sprache, hatte er doch durch seine 50-jährige Priestertätigkeit im wahrsten Sinne des Wortes „Pionierarbeit für Reken“ geleistet.

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