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Von 889 bis zur fürstbischöflichen Herrschaft

Mit dem Jahr 889 trat Reken in das Licht der Geschichte ein. Wolthelm von Olfen, dessen Herrschaftsbereich von Hamm bis Winterswyk und von Schermbeck bis Gescher reichte, wurde Bischof von Münster.
Es war die erste Unterstellung eines weltlichen Gebietes unter eine kirchliche Herrschaft innerhalb des damaligen Deutschen Reiches. Die Ratifizierung dieses Vertrages fand statt am Königshof zu Frankfurt unter König Arnulf, im Beisein der Erzbischöfe von Köln und Mainz, zahlreicher Äbte und vieler Großer des Reiches

Am 18. Oktober desselben Jahres berief Wolfhelm eine Synode nach Münster ein, auf der die Domherren und die 40 Pfarrer des Bistums ihre Zustimmung zu dieser Schenkung gaben.
In der Schenkungsurkunde werden ein Liadgrim und ein Wido mit dem Haupthof „Recnun" genannt.
Über die Zeit von 889 bis zum Beginn der fürstbischöflichen Herrschaft ist wenig bekannt.

 

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Wirtschaft und Lebensunterhalt der Bewohner Rekens 
Hofanlagen der Rekener Bevölkerung bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts 
Die Abgaben und Belastungen der Rekener Bauern
Gerichtswesen
Dıe Rekener Berufsstände

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Die Abgaben und Belastungen der Rekener Bauern

Der Zehnte

 Die Abgaben, welche die Bevölkerung zu entrichten hatte, waren eine reine steuerliche Belastung. Sie bestanden aus den allgemeinen Abgaben und denen, die aus einer Verpflichtung herrührten, welche die Bauern mit einer weltlichen oder einer kirchlichen Herrschaft eingegangen waren.  Der Zehnte, von Karl dem Großen eingeführt, musste von jedem Bauern, auch den völlig Freien, entrichtet werden. Er diente zum Unterhalt der Kirchen und der Geistlichkeit. Er bestand aus dem zehnten Teil des jährlichen Ernte- und des Viehertrages. Der Domprobst zu Münster ließ ihn in Reken durch den Amtsschulzen einziehen. Im Laufe der Zeit wurde er wie ein Wertpapier verkauft und kam teilweise in weltlichen Besitz. Da die Erträge von Jahr zu Jahr schwankten, ebenso die Ablieferung bei weiten Wegen und in Kriegszeiten Schwierigkeiten machte, wurde der Zehnte vielfach in Geld umgewandelt. Die Höhe schwankte zwischen 2 und 5 Schillingen, z.B. „Hörmann 2 Schillinge, Bösing 5 Schillinge“, beim Getreidezehnten und beim Viehzehnten zwischen 1/2 - 1, 1/ 2 Reichstaler: Bei einigen Bauern wurde der Getreidezehnte durch eine gleichbleibende Korn- oder Geldrente ersetzt. „Ewering 9 Schelfel (180 kg) Roggen und 7 Pfennige. Das Kloster Marienborn erhielt jährlich an Viehzehnten: 49 Schweine, 2 Schafe, 30 Gänse und 25 Hühner.

Gerichtswesen

Die Rekener Freistühle
Die Freibauern oder Freibankbauern hatten vor allem das Vorrecht, über Mein und Dein, über Leben und Tod selbst zu richten und zu strafen. 

Das Hofgericht und das Markengericht des Amtshofes

Alles, was im Machtbereich des Schulten zu Reken geschah, wie Streitigkeiten, Grundstückssachen usw. wurde auf dem Hofgericht verhandelt. Die Bedeutung der
Gerichtsbarkeit des Schultenhofes oder Gutes Reken, wie es in vielen Urkunden heißt, ist in einer Niederschrift aus dem Jahre 1274 ersichtlich.

Die Rekener Berufsstände

Eigen- oder Hofhörige

Die Rekener Bevölkerung bestand aus den Hofhörigen, den freien Bauern sowie den Brinksitzern und den Heuerlingen.

Die Freibauern oder Stuhlfreien

Freibauern oder Stuhlfreie hießen so, weil sie Freie waren und zu einem Freistuhl eines Frei- bzw. Femegerichtes gehörten.

Die Brinksitzer und die Heuerlinge

Die nachgeborenen Bauernsöhne, Welche nicht in die Städte oder in andere Länder auswanderten, konnten sich in der Mark ansiedeln und wurden Brinksitzer genannt.

Die Rekener Bierbrauer

Die Mönche in den Klöstern brauten als erste Bier in seiner heutigen Art, welches schnell Eingang bei der Bevölkerung fand.

 

  • Buerliches Brauhau mit Ziehbrunnen

Dıe Rekener Kornbrenner

 Der Mergelboden in Klein-Reken war besonders gut für den Roggenanbau geeignet. Die Erträge lagen hier bedeutend höher als bei den anderen Ackerflächen im Rekener Raum. Dieses war die beste Voraussetzung, um aus dem Korn Schnaps zu brennen, den man als „Fusel“ bezeichnete, da damals noch nicht die Möglichkeit bestand, das Fuselöl aus dem Schnaps zu entfernen.

Die Müller

Einer der frühesten und einträglichsten Handwerkszweige war der Betrieb einer Mühle. Für das Mahlen von Getreide erhielt der Müller den 12. Teil der zu mahlenden Menge, von 100 kg 10 kg plus 2 kg Staubverlust.

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Hofanlagen der Rekener Bevölkerung bis zur Mitte des 19.Jahrhunderts 

Die Hofanlagen
Die Gehöfte der Rekener Bauern waren größtenteils entlang den langen Senken, die  Rekener Raum durchziehen, errichtet worden. Sie lagen am Rande der Sumpfgebiete, und das hatte seinen Grund. Erstens War dort Wasser vorhanden, was lebenswichtig war, zum anderen bot das schlecht passierbare Gebiet Schutz bei kriegerischen Auseinandersetzungen.
 Das Wohnhaus
Das Wohnhaus war ein langgestrecktes, einstöckiges Fachwerkhaus, das als geräumige Halle Menschen und Tiere unter einem Dache barg. Zwei wuchtige, auf einer Findlingsunterlage ruhende Ständerreihen, die durch Längs- und Querbalken Verbun- den waren, trugen das weite Sparrendach, welches mit Stroh oder „Reit“ (Schilf) gedeckt war.
Die Scheune
Dicht an der Zufahrt des Hofes lag die Scheune, der „Museschoppen“, so genannt, Weil er gegen Mäuse und Ratten gesichert war.
Geräte und Inventar
An Geräten und Inventar besaß man vor dem Einsetzen der Industrialisierung nur das Notwendigste. Eine Besitzaufschreibung eines Rekener Hofes vom August 1740 gibt einen Überblick, was an Geräten und Inventar vorhanden war: 
Der Spieker
Er diente zur Aufnahme der Erträge von Feld und Garten, hauptsächlich aber zum Lagern des Getreides. Er war  fast immer zweistöckig gebaut. 
Das Backhaus
Das Bienenhaus
Hinter einer Buchsbaumhecke im Garten befand sich das „Immenhaus“ (Bienenhaus).
Der Schafstall
Die Schafhaltung war die bedeutendste Einnahmequelle im Rekener Raum, deshalb hatte jeder Bauer einen Schafstall auf seinem Hof stehen. Die Breite und Länge des Stalles richtete sich nach der Größe der vorhandenen Schafherde

Rekener Bräuche 

Das Rosenkranzbeten
Am Heiligabend, Silvesterabend, dem Abend vor Heilige Drei Könige, Karsamstag und Abend vor Pfingsten wurde in den Familien der Rosenkranz gebetet Währenddessen ging der Hausherr durch alle Stuben und Stallungen und segnete sie ein. Auf dem Schultenhof nahm der Herr Pastor diese Einsegnungen vor, wofür er jährlich einen Schinken erhielt. Dieser Brauch wird heute noch in vielen Familien praktiziert.
Besonderheiten bei der Hochzeit
Nach dem Abendessen führte man den Bräutigam an einer Kette auf die Tenne und schlug ihm symbolisch ein Hufeisen unter den Fuß. Es sollte ihm damit klarwerden, dass er jetzt eine Familie bildet und er von nun an wie ein beschlagenes Pferd für die Seinen zu arbeiten hatte.
Die Geloglisten ( Gelagelisten)
Von den zwei nächsten Nachbarn wurde auf der Hochzeit eine Gelogliste geführt. Nach dem Abendessen bat man jeden Gast einzeln in die „Upkamer“. Dort wurde ihm erst Schnaps in reichlichen Mengen spendiert. Dann bat man ihn, eine Spende zu zeichnen und in die Gelageliste einzutragen. Den Vermögendsten nahm man zuerst, damit gleich am Anfang eine große Summe erschien, zum Ansporn für die Nachfolgenden. Wegen des großen Alkoholmissbrauches verdammte der Herr Pfarrer  Harrier um 1900 diese „Geloglisten“ und nannte sie Teufelslisten. Daraufhin wurde der Brauchaufgegeben, und die Listen wurden bei vielen Leuten verbrannt.
Am Sonntag vor der Hochzeit Wurden die Geschenke, bestehend aus einem Schinken, 2 Pfund Butter und einem Hahn, zum Haus des Bräutigams gebracht, das sogenannte „Fangen“. Überbracht wurde dies von den ältesten unverheirateten männlichen und weiblichen Personen aus den zur Hochzeit geladenen Familien. Dabei gab es keinen Unterschied zwischen Magd, Knecht oder den Kindern des Hauses. Die älteste weibliche und männliche Person waren die Überbringer.
  • Gelage Liste

 

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 Wirtschaft und Lebensunterhalt der Bewohner Rekens

 Der Lebensunterhalt der Rekener Bevölkerung wurde bis 1870 fast nur durch die Landwirtschaft gedeckt. Ackernutzung und Viehhaltung verliefen all die Jahrhunderte hindurch in derselben Art und Weise. Es Wurden an das Leben keine großen Ansprüche gestellt. Die Menschen waren zufrieden, wenn sie genug zu essen hatten.
 Ackerbau
Angebaut wurden Roggen, Hafer und Gerste. Später kam noch der Buchweizen hinzu, der wegen seiner Anspruchslosigkeit, seiner kräftigen und gesundheitsfördernden Wirkung rasch an Beliebtheit gewann. Er wurde wahrscheinlich durch die Hunnen hier bekannt und deshalb „Tartarenkorn“ genannt. In den Gemener Schloßrechnungen wird er in den zwanziger Jahren des 15. Jahrhunderts erstmals erwähnt.
Viehzucht
In der Viehhaltung stand die Schafzucht seit dem Mittelalter an erster Stelle. Sie lieferte das nötige Fleisch und die Wolle zur Herstellung von Bekleidung. Der Überschuss wurde auf den Märkten verkauft und brachte das nötige Geld zur Bezahlung der Abgabenleistungen. Schon um 1400 wurden Schafe und Wolle aus Reken am Rhein und in den Niederlanden verkauft.
Der Garten
Der Garten war eine sehr wichtige Ernährungsquelle. Er stand deshalb bei Güteraufzeichnungen an erster Stelle und hatte den doppelten Wert des Ackerlandes.
 Das Moor
Sonstige Einkünfte in der Mark: Nicht nur, dass das Vieh in der Mark gehütet wurde, sie lieferte noch vieles, was zum Leben nötig war. Im Moor wurde der Torf gestochen. Er wurde mit dem Torfspaten ziegelartig geschnitten, danach getrocknet und diente als Brennmaterial. Es gab den weißen und den Klüentorf, wobei der letztere bedeutend mehr Heizwert hatte. Im Gegensatz zum weißen Torf wurde aus dem Schlamm Torf gewonnen, indem der Schlamm auf der Grasfläche ausgetragen wurde. Nach dem Austrocknen brach man ihn, und die Stücke konnten zum Heizen gebraucht werden.

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