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Die fürstbischöfliche Verwaltung

 Das Fürstbistum Münster war eingeteilt in Ämter und Kirchspiele. Das Kirchspiel Reken gehörte zum Amt Ahaus, dessen Verwaltung in den Händen des Amtsdrosten lag. Leiter oder Vorsteher des Kirchspiels Reken war der Besitzer des Amtsschulzenhofes oder Gutes „Reken“, wie es in einigen Schriften heißt.

Das Kirchspiel Reken teilte sich auf in drei Bauernschaften, an deren Spitze ein Schulzenhof stand, die Kirchbauerschaft Leiter Schulze Schwering, die Hülster Bauerschaft - Leiter Schulze Robert und die Middelbauerschaft - Leiter Schulze ten Bohlen. Klein Reken gehörte zur Kirchbauer- schaft;*Die Bauern Schwering und Robert haben bei Übernahme der Regierungsgewalt durch die Preußen den Schulzen-Namen aufgegeben. Die fürstbischöfliche Verwaltungsform war vorbildlich und ganz auf das Wohl der Bürger eingestellt. Die Gemeirıdeausgaben waren sehr gering. Die Wege und die zum Schutze bei kriegerischen Auseinandersetzungen angelegten Landwehren wurden von den Bauern durch Hand- und Spanndienste in Ordnung gehalten, so dass dadurch keine Kosten entstanden. Eine Ausnahme bildeten die Landstraßen, deren Ausbesserung Unkosten verursachte. Andere Gemeindeauslagen waren kaum vorhanden.

Ein Gemeindeetat für die Jahre 1796 - 1799 ist wie folgt aufgesetzt und vom Schulzen zu Reken niedergeschrieben:  

  • Kosten
 Anton Holthausen Amtsschulze zu Recken

Die Formulierung „verbottene Spanför“ beruht darauf: Der Landesfürst hatte das Privileg, 6spännig zu fahren, die Adeligen 4spännig und die Amtsschulzen 3spännig. Der Schulze War 4spännig gefahren und musste deshalb beim Obervogt in Ramsdorf erscheinen.  

Im Jahre 1789 brachen in Reken die Ruhr und die Pocken aus. Diese Seuchen rafften zahlreiche Rekener dahin. Ein Beschwerdebrief des Pastors Hoynk an das Domkapitel in Münster gibt Auskunft über dieses Ereignis. Daraus interessante Ausschnitte:

Hochwürde Hochgeborene Genädige Herren

Euer Hochwürden Gnaden gereichen ganz unterbänigst vorstellen zu dörfen, wie dass ich Endsbenennter mit dem eines Hochwürdigen Domkapitel eigenhörigen Schulzen zu großen Recken eine kleine Streitsache habe. ..., daß der allgemeine Kirchen- und Leichenweg eine enge Stiege (Liekstegge) genandt vor dem Dorfe  in sehr elendem Stande war; und Niemand trockenen Fußes zur Kirche kommen konnte... selben Weg brauchbar ausbessern zu lassen. Der Schulze ließ herauf einige Schubkarren Sand hineinstürzen, wodurch er noch schlimmer wurde, und dieß war die ganze Ausbesserung. Neben diesen, indem ich nicht zur Buße durchkommen kann und womöglich eine Gemeinde von 1.500 Communikanten ganz allein ohne alle Hülfe zu Buße versehen kann, weswegen ich mir mit großen Unkösten bey meiner schlechten Einnahme ein Pferd halten muss; schließt der Schulze mir den Baum, und weigert mir einen Fahrweg und zu Pferde zur Kirche... dies ist mir unmöglich bey epidemischen Krankheiten als Ruhr und Pocken deren letztere hier noch stark wüthet... und muss dabei dan wie noch itztäglich ein oder zwei  Todte begraben... Da das Kirstel hier weit auseinander liegt, wovon die nahesten eine halbe Stunde, die entferntesten 13/4 Stunde wohnen, die Wege immer über hohe Gebirge gehen, deren Thaler wie jetzt mit Schnee angehäuft... bitte untertbänigst bermeldeten Schulzen des Tages zur Losschließung und des Nachts zur Losschließung des Baumes,... zur Erleichterung meines beschwerlichen Amtes genädigst anzuhalten...
Euer Hochwürden meine genädigen Herren dero ganz untertbänigster Diener
Reken den 23. Oktober 1788 I.]. Hoyng, Pastor

Anmerkung: Der Schulze schloß Wahrscheinlich den Schlagbaum wegen der Ansteckungsgefahr.

Bemerkenswert ist, dass am 29. Oktober schon viel Schnee lag. Dieses Schreiben ging erst am 9. Januar 1789 in Münster bei der Domkellerei ein.

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