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Die fürstbischöflichen Zeit

 Vom Jahre 1181 an bis 1803 stand Reken unter der Herrschaft der Fürstbischöfe von Münster.Es war für die Bewohner Rekens eine segensreiche und gute Zeit. Das Sprichwort „Unter dem Krummstab ist gut leben“ hat sich hier in Reken voll bewahrheitet. Das Hofrecht sowie die alten sächsischen Gesetze, die Ecco von Repcon auf Veranlassung des Grafen Höier von Frankenstein gesammelt und im „Sachsenspiegel“ schriftlich niedergelegt hat, Wurden stets eingehalten. Das Domkapitel schützte tatkräftig seine Untergebenen gegen die Machtansprüche der Ritter und Grafen. Eine günstige Stellung der Rekener Bevölkerung blieb erhalten, obwohl ein Großteil der Bauern in Eigenhörigkeit zum Bischof stand.
Dies war keine Leibeigenschaft, wie sie heute vielfach von den Geschichtsschreibern dargestellt wird. Wenn es in einer Urkunde heißt: „Der Hof Specking wird an das Kloster Marienborn verkauft“, so war das nicht ein Kauf im heutigen Sinne, sondern eine Unterstellung an das Kloster, das von der Zeit an alle Abgaben des Hofes erhielt und dessen Verbindlichkeiten übernahm. 
Dies war der große Unterschied zwischen der Leibeigenschaft und der Eigen- oder Hoflıörigkeit.

 

 Die Landwehr
Im Jahre 1321 ordnete der Fürstbischof Ludwig an, dass jedes Kirchspiel Landwehr- graben zu errichten habe. Im selben Erlass verfügte er, dass die Bewohner der Landbezirke bewaffnet sein sollen, damit sie die Landwehr gegen Eindringlinge verteidigen können.
Der Überfall auf das Stift Flaesheim und Ausbruch der Pest
Im Jahre 1570 überfielen Goswin von Heiden, Allard von Hamm und der Schulte von Wulfen das Stift Flaesheim. Die „Rekener Bankfreien“ des Goswin von Heiden Waren daran beteiligt.

Reken in den Fehden der Fürstbischöfe

In den kriegerischen Auseinandersetzungen waren die Rekener als Landfolgepflichtige beteiligt, obwohl kaum schriftliche Aufzeichnungen darüber vorhanden sind. Wenn der Fürstbischof die Wehrfähigen Männer anforderte, hatte der Bauer Heermann den Heerbann aufzurufen. Deshalb hatte er den Namen „Heermann“ erhalten. Folgende Fehden sind von Bedeutung:
Die Geldrische Fehde 1323
Die Ottensteiner Fehde (1406 - 1408)
Die Soester Fehde (1444 - 1449)
Die Münstersche Stiftsfehde (1450 - 1457)
Die unruhige Zeit der Reformation
Die Wiedertäufer in Münster ( 1534 - 1535)
Der Spanisch- Holländische Krieg (1588 - 1589)
Der 30jährige Krieg (1618 - 1648)
Die Sage vom Pfalzgrafengrund
Die Landwehr 
 Im Jahre 1321 ordnete der Fürstbischof Ludwig an, dass jedes Kirchspiel Landwehr- graben zu errichten habe. Im selben Erlass verfügte er, dass die Bewohner der Landbezirke bewaffnet sein sollen, damit sie die Landwehr gegen Eindringlinge verteidigen können. Die Landwehren waren ausgehobene Gräben, die an verteidigungs- fälligen Stellen oder an den Grenzen der Kirchspiele angelegt wurden. Bei Seier im Kreulkerhook entlang der Lembecker Grenze und bei der Waldkapelle ist noch ein solcher Graben vorhanden. Nachdem 1806 das Heilige Römische Reich Deutscher Nation zu Ende gegangen war und sich die politischen Verhältnisse sowie die Kriegsmethoden geändert hatten, verloren die Landwehren ihre Bedeutung und wurden zum größten Teil gerodet oder eingeebnet.
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Der Überfall auf das Stift Flaesheim und Ausbruch der Pest 
Im Jahre 1570 überfielen Goswin von Heiden, Allard von Hamm und der Schulte von Wulfen das Stift Flaesheim. Die „Rekener Bankfreien“ des Goswin von Heiden Waren daran beteiligt. Von den Kanzeln in Heiden, Reken, Wulfen, Haltern, Hamm, Recklinghausen und Borken wurden die Täter unter Androhung des Kirchenbannes aufgefordert, das geraubte Gut herauszurücken und den angerichteten Schaden zu ersetzen. - Im Jahre 1582 brach die Pest aus und forderte ihre Opfer (in Dülmen starben 3/4 der Bevölkerung).
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Reken in den Fehden der Fürstbischöfe

In den kriegerischen Auseinandersetzungen waren die Rekener als Landfolgepflichtige beteiligt, obwohl kaum schriftliche Aufzeichnungen darüber vorhanden sind. Wenn der Fürstbischof die Wehrfähigen Männer anforderte, hatte der Bauer Heermann den Heerbann aufzurufen. Deshalb hatte er den Namen „Heermann“ erhalten. Folgende Fehden sind von Bedeutung:
 Die Geldrische Fehde 1323
Der Fürstbischof Ludwig II. geriet mit dem Grafen von Geldern wegen der Burg Bredevoort in Streit. Am Cyriakustag 1325 kam es im Letter Brook zur Schlacht, wobei die Geldrischen besiegt wurden. Die Borkener Schützen unter Hendrik de Wienen wurden damals schriftlich erwähnt.
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Die Ottensteiner Fehde (1406 - 1408)
Durch die Ottensteiner Fehde wurde die hiesige Gegend stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Herzog von Kleve, der den Herrn von Ottenstein unterstützte, wurde im Jahre 1408 in der Schlacht bei Gescher vollständig geschlagen.
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Die Soester Fehde (1444 - 1449)
Der Herzog von Kleve unterstützte Soest und fiel plündernd in das Westliche Münsterland ein. Bei Gemen kam es zu Kämpfen.
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Die Münstersche Stiftsfehde (1450 - 1457)
Die Stiftsfehde war eine der traurigsten in der Geschichte des Fürstbistums. Sie brachte große Not und forderte viele Opfer. Nach dem Tode des Bischofs Heinrich H. von Moers wählte das Domkapitel seinen Bruder Walram zum neuen Bischof. Ein Teil der Domherren war damit nicht einverstanden und wählte den Erich von Hoyaztírn Gegenbischof Dadurch wurde das Bistum in zwei feindliche Parteien gespalten. Auf der Seite des Erich von Hoya standen das nördliche Münsterland mit Coesfeld, Münster, Warendorf, Vreden, Rheine, das Emsland und der Herzog von Kleve. Walram siedelte mit dem Domkapitel nach Dülmen über und richtete dort seine Residenz ein. Er wurde unterstützt vom Erzbischof von Köln und dem westlichen Münsterland mit Dülmen, Haltern, Reken, Borken, Bocholt, Werth, Anholt und Gemen. Am 18.Juli 1454 kam es zur blutigen Schlacht auf der Heide beim Kloster Varlar, bei der die schreckliche Zahl von 2.000 Erschlagenen die Walstatt bedeckte. Erst der Tod Walrams beendete die Wirren.
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Die unruhige Zeit der Reformation
Mit der Veröffentlichung der 95 Thesen durch Martin Luther im Jahre 1 517 begann die Reformationszeit, die Not und Elend zur Folge hatte. Der Glaube der Bevölkerung, durch die neue Lehre würden Glück und Freiheit Einkehr halten, schlug in das Gegenteil um. Der Zusammenbruch der alten Ordnung kam den Fürsten und Fürstchen entgegen, ihre Macht zu stärken und ihre Besitzungen zu vergrößern. Banden- und Sektenführer nutzten das Durcheinander, um sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern. Am Ende dieses großen religiösen Weltanschauungskampfes „hie Katholik - hie Protestant“ stand der 3Ojährige Krieg, der wohl ein Drittel der deutschen Bevölkerung ausrottete.
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Die Wiedertäufer in Münster ( 1534 - 1535)
Franz Graf von Waldeck wurde 1552 zum neuen Bischof gewählt. Er musste der Bürgerschaft von Münster volle Religionsfreiheit gewähren. Dies nutzten die Wiedertäufer-  u.a. unter Knipperdolling aus und brachten Münster in ihre Gewalt. Franz von Waldeck gelang es, mit Hilfe der Schützen des Bistums nach langer Belagerung die Stadt am 25.Juni 1555 Wieder in Besitz zu nehmen. Im Zuge der Gegenreformation rückte der kaiserliche Heerführer Jobst von Groningen im Januar 1547 mit einer Armee ins Münsterland ein. Er bezwang die evangelischen Herren und Städte Westfalens und führte die alte Ordnung sowie den Katholizismus wieder ein. Auf die Rekener Bevölkerung hatten die Wirren der Zeit wenig Einguss. Sie hielten treu und hartnäckig am Althergebrachten, an Glaube und Sitte fest. Dies zeigen deutlich die in dieser Zeit durchgeführten Arbeiten an der Kirche zu Reken und Geldaufwendungen für sie in den Jahren 1 554, 1 564, 1 569 und 1 570. Durch den auf dem Reichstag zu Augsburg abgeschlossenen „Reichslandfrieden“ blieb das Münsterland endgültig katholisch.
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Der Spanisch- Holländische Krieg (1588 - 1589)
In diesem Konflikt wurde das westliche Münsterland schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der spanische General Mendoza rückte 1588 mit 20.000 Mann in das Fürstbistum Münster ein, um dort Winterquartier zu beziehen. Er besetzte Bocholt, Borken und Coesfeld. Die Soldateska raubte und plünderte, wie es ihr gefiel. Das sumpfige Rekener Gebiet wurde gemieden. Ein marodierender Trupp von 100 spanischen Söldnern soll im Letter Bruch von den Rekener Schützen angegriffen und niedergemacht worden sein. Die Bezeichnung Malosbusch für diese Sumpfgegend rührt von dem Ruf her „Man los in den Busch“, der dann erscholl, wenn die Bevölkerung vor Kriegshorden im Moor Zuflucht suchte.
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Der 30jährige Krieg (1618 - 1648)
Dieser unselige Religionskrieg und Machtkampf brachte unermessliches Unglück und Elend für die Bevölkerung. Gemessen an dem, was die umliegenden Orte und viele Landstriche in Deutschland erlitten, blieb Reken einigermaßen verschont. Das große Sumpf- und Moorgebiet erwies sich wiederum als bester Schutz, um die Heere der sich bekämpfenden Parteien von hier fernzuhalten. In einer Aufschreibung über die Schäden des Krieges werden von 178 in Reken vorhandenen Höfen, nur 13 als Wüst (unbewohnt) bezeichnet. Dagegen zum Vergleich: In Krechting bei Rhede war von vorher 12 Höfen nur noch einer bewohnt. In dieser trostlosen Zeit haben auch Bürger aus Borken und Coesfeld ihre Zuflucht in Reken gefunden. Der Bürgermeister Spangemacher, der Aufnahme beim Bauern Terheide (Hummert) fand, ließ aus Dankbarkeit eine herrliche Bleiverglasung für Fenster und Türbogen mit seinem Wappen, Namen und der Jahreszahl zurück Das Stück befindet sich heute noch im Besitz der Familie Hummert. ' Gegen Ende des Krieges rückten die Hessen ein. Sie benutzten die Kirchen in Reken und Klein Reken als Pferdestall. Gegen die Ausschreitungen der plündernden Soldaten flüchteten die Bewohner in die sog. „Hessenkuhlen“. Es waren etwa 1,5 Meter tiefe ausgehobene Wallungsgebinde, das sind Fliehburgen oder Versteckplätze von 30-40 Metern Durchmesser. Im Waldgebiet zum Bollengraben ist noch so eine „Hessenkuhle“ erkennbar.
Wie die Schäden des 30 jährigen Krieges ausgesehen haben, darüber gibt eine Inspektion des Schulzenhofes zu Reken, niedergeschrieben im Jahre 1659, Auskunft. Vieh und wertvolles Inventar ist wahrscheinlich nicht mehr vorhanden gewesen, denn es wird nicht aufgeführt. Dagegen ist jeder Baumstubben von gefällten Bäumen registriert. Hier einige Auszüge aus der Aufschreibung:
Dass Wohnhaus ist nicht aller dinges well versehen, Sonsten aber die often Hoff vorhanden andere gebew und zwey kottens sehr verfallen... NB. Schweershaus Bernd in Borken hat drey boeme off groplenges grunde gehauen dabey den einen der Schulte zum baloken an Leisings hoff gebrauchet, der andere zur schetzung verkaufet der dritte liegt noch... Item hatt selber Schwerhaus bernd eine Kuhe vom Erbe verkaufet, und das Geld mitgenommen, welche Kuhe Bernd Bruggers Frauen zugehöret hatt... Not-B. in diesem Busch hatt der elter Schulte gehauen Ein stuck Holzes so seinem angeben an zuder pastoraíts erhawung vereret.
 
 
  • Inspetionsbericht
 
  • Schden 30 jhriger Krieg
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 Die Sage vom Pfalzgrafengrund
In Reken besteht folgende Sage: In einem Tal am Nordrand der Rekener Hügelkette soll ein Pfalzgraf von Rekenern überfallen und erschlagen worden sein. Die Räder seiner Kutsche sollen noch lange im Oberdorf beim Bauern Piepern (Raven-Bur) auf dem Dachboden gelegen haben. Das Tal wird im Volksmund „Pfalzgrafengrund“ genannt. Der Name soll auf diesen Überfall zurückzuführen sein. Darüber ist schon viel geschrieben worden. Auch etliche Gedichte liegen dazu vor. Da an einer Sage immer etwas wahr ist, könnte sie auf folgender Begebenheit beruhen: Im Jahre 1655 belagerte der Graf Karl von der Pfalz die Stadt Anholt und eroberte sie. Bevor er noch die Burg in seinen Besitz bringen konnte, wurde er von einem kaiserlichen Heer angegriffen und besiegt. Seine Truppen wurden zerstreut. Er entkam und tauchte im Herbst desselben Jahres als Mönch verkleidet in Mainz auf, wo ihn ein Fährmann am Rhein zur Pfalzer Seite übersetzte. Ob er Anlass zu der Rekener Sage gegeben hat? Eine Antwort darauf gibt es nicht.
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