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Fürstbischof Hermann II ( 1173 - 1203) 

Bischof Hermann II. gilt als der Begründer des Fürstbisttuns Münster. Er war Berater Kaiser Barbarossas und unterstützte ihn gegen die Machtansprüche des Sachsenherzogs Heinrich des Löwen. Dieser verweigerte dem Kaiser die Treue. 

Das Kloster Werden trat seinen Herrschaftsbereich nördlich der Lippe an das in der Entwicklung begriffene Fürstbistum Münster ab. Reken muss aber schon 1173 zu Münster gehört haben. In einer Urkunde aus diesem Jahr wird der Haupthof Reken „Curia Recene“ als dem Domkapitel hörig bezeichnet. Auch wird Reken zu dieser Zeit nicht mehr im Heberegister der Abtei Werden geführt.

Das fürstbischöfliche Schultenamt in Reken.
Der Haupthof Reken bildete mit seinen Unterhöfen eine Hofgemeinschaft, die dem Domkapitel unterstand. Den Vorsitz führte der Schulte.
Die Hofsprache.
Zweimal im Jahre erschienen von etwa 1200 an alle Bauern der Unterhöfe auf dem Schultenhof zur „Hyensprak“ (Hofsprache), um ihr Stimmrecht auszuüben.

 

 

Das fürstbischöfliche Schultenamt in Reken.
Der Haupthof Reken bildete mit seinen Unterhöfen eine Hofgemeinschaft, die dem Domkapitel unterstand. Den Vorsitz führte der Schulte. Der Schulte hatte die jährlichen Abgaben der Unterhöfe einzusammeln und nach Münster abzuführen. Eine wichtige Aufgabe war es, auf der „Hofsprache“ die Selbstverwaltung und die Hofgerichtsbarkeit zu steuern und zu beraten. Der Schulte war erblicher Vorsteher des Kirchspieles (Ortes), für das Zusammenleben sowie für das Wohlergehen der Bewohner zuständig und dem Domkapitel gegenüber verantwortlich. Dafür müssten die Unterhöfe eirıe jährliche Abgabe zahlen, 1760 waren es 3 Scheifel (60 kg) Roggen je Hof.
Die Hofsprache.
Zweimal im Jahre erschienen von etwa 1200 an alle Bauern der Unterhöfe auf dem Schultenhof zur „Hyensprak“ (Hofsprache), um ihr Stimmrecht auszuüben. Am 2. Pfingsttag war es die Tingdentyde (germanisch „Thing“, Versammlung), und am Feste der Kirchpatrone Simon und Judas, dem 28. Oktober, die Vogdentyde. Dieser Tag war mit einer Kirmes verbunden, die noch bis zum Jahre 1935 auf dem Kirchplatz stattfand (kleine Kirmes). Unter dem Vorsitz des Schulten wurde darüber gewacht, dass die alten Gesetze beachtet und von den Älteren den Jüngeren übermittelt wurden. Das Erscheinen zur Hofsprache war Pflicht. Ein Loskauf war den entfernt wohnenden Hofinhabern möglich, aber selbst die in Rekken bei Eibergen liegenden 3 Höfe, welche zur Hofgemeínschaft gehörten, machten davon keinen Gebrauch.

Eine Aufschreibung aus dem Jahre 1370 zeigt erstmals, wer bei der Hofsprache anwesend war.

Nach dem 30 jährigen Krieg, als die Verwaltung und Herrschaft der Fürstbischöfe neue, allgemeine Formen annahmen, wurde die jährlich abgehaltene Synode mit der Hofsprache zusammengelegt und alle Rekener Bauern in die Hofsprache miteinbezogen. In späterer Zeit wurde auf dem Schultenhof eine große Räumlichkeit, das Hofsprachenzimmer, eingerichtet. Für die anderweitige Benutzung hatte der Schulte an das Domkapitel eine Abgabe zu entrichten. Um 1700 waren es 2 Reichstaler und 15 Schillinge, „zu entrichten zwischen Jacobi und Martiny". ImJahre 1905 mußte das noch vorhandene Hofsprachenzimmer einem Neubau weichen.

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