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 Wirtschaft und Lebensunterhalt der Bewohner Rekens

 Der Lebensunterhalt der Rekener Bevölkerung wurde bis 1870 fast nur durch die Landwirtschaft gedeckt. Ackernutzung und Viehhaltung verliefen all die Jahrhunderte hindurch in derselben Art und Weise. Es Wurden an das Leben keine großen Ansprüche gestellt. Die Menschen waren zufrieden, wenn sie genug zu essen hatten.
 Ackerbau
Angebaut wurden Roggen, Hafer und Gerste. Später kam noch der Buchweizen hinzu, der wegen seiner Anspruchslosigkeit, seiner kräftigen und gesundheitsfördernden Wirkung rasch an Beliebtheit gewann. Er wurde wahrscheinlich durch die Hunnen hier bekannt und deshalb „Tartarenkorn“ genannt. In den Gemener Schloßrechnungen wird er in den zwanziger Jahren des 15. Jahrhunderts erstmals erwähnt.
Viehzucht
In der Viehhaltung stand die Schafzucht seit dem Mittelalter an erster Stelle. Sie lieferte das nötige Fleisch und die Wolle zur Herstellung von Bekleidung. Der Überschuss wurde auf den Märkten verkauft und brachte das nötige Geld zur Bezahlung der Abgabenleistungen. Schon um 1400 wurden Schafe und Wolle aus Reken am Rhein und in den Niederlanden verkauft.
Der Garten
Der Garten war eine sehr wichtige Ernährungsquelle. Er stand deshalb bei Güteraufzeichnungen an erster Stelle und hatte den doppelten Wert des Ackerlandes.
 Das Moor
Sonstige Einkünfte in der Mark: Nicht nur, dass das Vieh in der Mark gehütet wurde, sie lieferte noch vieles, was zum Leben nötig war. Im Moor wurde der Torf gestochen. Er wurde mit dem Torfspaten ziegelartig geschnitten, danach getrocknet und diente als Brennmaterial. Es gab den weißen und den Klüentorf, wobei der letztere bedeutend mehr Heizwert hatte. Im Gegensatz zum weißen Torf wurde aus dem Schlamm Torf gewonnen, indem der Schlamm auf der Grasfläche ausgetragen wurde. Nach dem Austrocknen brach man ihn, und die Stücke konnten zum Heizen gebraucht werden.

Wirtschaft und Lebensunterhalt der Bewohner Rekens

 Der Lebensunterhalt der Rekener Bevölkerung wurde bis 1870 fast nur durch die Landwirtschaft gedeckt. Ackernutzung und Viehhaltung verliefen all die Jahrhunderte hindurch in derselben Art und Weise. Es Wurden an das Leben keine großen Ansprüche gestellt. Die Menschen waren zufrieden, wenn sie genug zu essen hatten. Der Ackerbau bildete die Haupternährungs- und Einnahmequelle. Schon von dem hier wohnenden Germanenstamm, den Brukterern, ist bekannt, dass sie hart arbeitende Bauern waren.
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 Ackerbau
Angebaut wurden Roggen, Hafer und Gerste. Später kam noch der Buchweizen hinzu, der wegen seiner Anspruchslosigkeit, seiner kräftigen und gesundheitsfördernden Wirkung rasch an Beliebtheit gewann. Er wurde wahrscheinlich durch die Hunnen hier bekannt und deshalb „Tartarenkorn“ genannt. In den Gemener Schloßrechnungen wird er in den zwanziger Jahren des 15. Jahrhunderts erstmals erwähnt. Der Roggenanbau war vorherrschend, ersichtlich aus den Abgaberegistern, wo er der Menge nach an erster Stelle stand e Es wurde die Dreifelderwirtschaft betrieben. Diese Wirtschaftsform ist bereits in einer Urkunde aus dem Jahre 731 erstmals bezeugt. Ein Drittel der Ackerfläche wurde mit Roggen, das zweite mit Sommergetreide bestellt, das dritte blieb als Brache unbestellt liegen. Der Roggen auf dem ersten Drittel erhielt eine starke Schafmistdüngung, daher „Mistroggen“ genannt. Die sehr starke Düngewirkung des Schafmistes erbrachte sogar auf dem kargen Sandboden hohe Erträge. Durch große Mengen, auf kleiner Fläche ausgebracht, erwirtschafteten die Rekener Bauern sogar Roggenüberschüsse. Im zweiten Jahr folgte das Sommergetreide oder der Folgeroggen. Im dritten Jahr blieb die Fläche nach der Brachfurche unbestellt liegen. Die Schafe überweideten diese und sorgten durch ihren Kot für eine zusätzliche Düngeranreicherung. Bestellt wurden die Flächen zu 10 Prozent mit Hafer, 10 Prozent mit Buchweizen, ein kleiner Teil mit Leinen zur Flachsgewinnung und der Rest mit Roggen.
Reken hatte in alter Zeit auch dort Roggen, wo nach der Bodenbeschaffenheit Weizen stehen konnte. Pfarrer Harrier fand die Berichte alter Leute erstaunlich, nach denen Reken sogar Roggenüberschüsse zu leisten vermochten.Bis zu seiner Zeit bestanden rund drei Viertel der Gesamtfläche aus Ödland,Heide und Wald. Der Boden unserer Heimat war um 1820 nur zu einem Viertel der Ackernutzung unterworfen. Ein Teil dieses Ackerlandes blieb jeweils unbebaut. Mit einer Grasnarbe bewachsen, nannte man das mehrere Jahre unbebaute,brachliegende Ackerland Dreesch. Er wurde als Weide benutzt. Die Bodenruhe der Dreesche oder die Feldgraswirtschaft erschien wegen der schlechten Bodenverhältnisse, des niederschlagreichen Klimas, des einseitig betriebenen Körnerbaues und der geringen Düngung schon den Brukterern (Bruch- oder Moorbewohner) zweckmäßig, die zu dem germanischen Völker- und Kulturverband der Istwäonen gehörten, d. h. zu jenen Stämmen, auf die im 3. Jahrhundert n. Ch-r. der Sammelname Franken überging.
Roggenernte  Dreschen 
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 Viehzucht
 In der Viehhaltung stand die Schafzucht seit dem Mittelalter an erster Stelle. Sie lieferte das nötige Fleisch und die Wolle zur Herstellung von Bekleidung. Der Überschuss wurde auf den Märkten verkauft und brachte das nötige Geld zur Bezahlung der Abgabenleistungen. Schon um 1400 wurden Schafe und Wolle aus Reken am Rhein und in den Niederlanden verkauft. Die Pferdebauern hielten mindestens 30-40 Schafe. An Kühen wurden nicht mehr gehalten, als zur eigenen Milchversorgung erforderlich waren. Zwei bis drei waren die Regel. Sie wurden einmal am Tage gemolken. Eine gute Kuh hatte höchstens ein Gewicht von 200 kg. Dementsprechend war auch die Milchleistung. Im Winter machten viele eine regelrechte Hungerkur durch, so dass sie beim Austrieb am 1. Mai nur noch ein Knochengestell darstellten. Heu war wenig vorhanden. Es wurde am Heubach (von Heu), am Bombach in Hülsten und am Kusebach in Klein Reken, wo die Bauern eine Mähewiese besaßen, geerntet. Das Gras wurde nur einmal im Jahr geerntet und war nicht besonders reich an Nährstoffen. Die abgeernteten Felder, das Brachland und die großen Flächen in der Mark bildeten die Futterquellen für die Viehhaltung. Der Kuhhirte wie auch der Schäfer zogen vom Frühjahr bis zum Herbst, solange es die Witterung erlaubte, mit ihren Herden durch die ihnen zugeteilten Markengründe. Der Kuhhirte der Dorfkötter erschien des Mittags auf der höchsten Erhebung nördlich des Dorfes und blies mit seinem Horn das Signal, um den Bauern anzukündigen, dass sie zum Melken erscheinen sollten; daher stammt der Name „Melkersberg“ (im Kataster irrtümlich als Melchenberg eingetragen). Wegen des Strohmangels wurde als Einstreu vielfach junges Heidekraut genommen. Es wurde mit der „Heehacke“ gemäht und dann getrocknet.
Schafzucht
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 Der Garten
 Der Garten war eine sehr wichtige Ernährungsquelle. Er stand deshalb bei Güteraufzeichnungen an erster Stelle und hatte den doppelten Wert des Ackerlandes. Seine Größte schwankte zwischen 1/4 bis 1/2 ha. Aus ihm erntete man das gesamte Gemüse, das neben dem Brot das wichtigste Nahrungsmittel bildete. Außerdem wurden viele Gewürz- und Heilpflanzen angebaut. Pfeifer, Zimt usw. waren viel zu teuer, um sie kaufen zu können. Um 1500 kostete ein Lot ( 15 g) Muskatnelken so viel wie l 1/2 Pfund Butter 1 Pfund Pfeffer kostete 26 Schillinge, soviel wie 5 Schweine. Auf den Höfen durfte auch der Teich, „Kolk“ genannt, nicht fehlen. Er diente als Viehtranke und zum Halten von Gänsen und Enten. Trinkwasser wurde aus Ziehbrunnen gefördert. In den Brunnen wuchsen Algen, die die Selbstreinigung des Wassers besorgten. Wenn sie zu üppig wuchsen, wurden sie mit dem „Pütthaken“, einem schiffsankerartigen Gerät, herausgeholt. Die Bewohner des Ortskernes Groß Reken holten ihr Wasser aus dem zum Schultenhof gehörenden Fischteich, am heutigen Altersheim gelegen. Es wurde in „Kufen“ zur Wohnstätte geschafft. Kufen waren hohe Holzbottiche, die etwa 100 Liter Wasser fassten und von zwei Leuten an langen Holzstangen getragen wurden. Leider ist die letzte dieser Art nach dem Anschluss der Häuser an die Wasserleitung 1945 verschwunden. Etwa ab 1850 wurden in Reken wegen des tiefen Grundwasserstandes Brunnen bis zu 52 Meter Tiefe angelegt. Das Brunnenhaus oder die Brunnenanlage war mit einer drehbaren Holzrolle versehen, über die eine Kette gewickelt war. Durch Drehen der Holzrolle ließ man den Eimer hinab und förderte auf diese Weise das Wasser an die Oberfläche.
 Kolk
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Das Moor
Sonstige Einkünfte in der Mark: Nicht nur, dass das Vieh in der Mark gehütet wurde, sie lieferte noch vieles, was zum Leben nötig war. Im Moor wurde der Torf gestochen. Er wurde mit dem Torfspaten ziegelartig geschnitten, danach getrocknet und diente als Brennmaterial. Es gab den weißen und den Klüentorf, wobei der letztere bedeutend mehr Heizwert hatte. Im Gegensatz zum weißen Torf wurde aus dem Schlamm Torf gewonnen, indem der Schlamm auf der Grasfläche ausgetragen wurde. Nach dem Austrocknen brach man ihn, und die Stücke konnten zum Heizen gebraucht werden.
Holz war nach dem Verbiss durch die Schafe in der Mark kaum noch vorhanden.Darum hatten die Bauern ihre Felder mit Hecken umgeben, und zwar aus zweierlei Gründen: Zum ersten dienten sie als Windschutz, weil durch die baumlosen Heideflächen der Acker den Windstürmen preisgegeben war, zum anderen wurde alle 5-6 Jahre die Hecke gestutzt und das Reisig zu „Buschen“ zusammengebunden, die mit Torf und Wachholderstubben das Brennmaterial lieferten. Torf wurde auch an die Stadtbewohner in Dülmen, Haltern, Borken und Coesfeld verkauft. Bäume durften in der Mark ohne Genehmigung nicht gefällt werden. Man umging dieses Verbot bei Eichen und Weiden dadurch, dass sie in 2 Meter Höhe abgesagt wurden. An der gekürzten Stelle wuchsen sie wieder heckenartig aus, und alle 5 - 6Jahre konnte der Anwuchs wieder geholzt und zu Buschen verarbeitet werden. Diese imposanten Baumreihen, „Stuckbäume“ genannt, sind leider seit 1945 in Reken verschwunden.
Torfstechen   Torfabfuhr

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