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Die Abgaben und Belastungen der Rekener Bauern

Der Zehnte

 Die Abgaben, welche die Bevölkerung zu entrichten hatte, waren eine reine steuerliche Belastung. Sie bestanden aus den allgemeinen Abgaben und denen, die aus einer Verpflichtung herrührten, welche die Bauern mit einer weltlichen oder einer kirchlichen Herrschaft eingegangen waren.  Der Zehnte, von Karl dem Großen eingeführt, musste von jedem Bauern, auch den völlig Freien, entrichtet werden. Er diente zum Unterhalt der Kirchen und der Geistlichkeit. Er bestand aus dem zehnten Teil des jährlichen Ernte- und des Viehertrages. Der Domprobst zu Münster ließ ihn in Reken durch den Amtsschulzen einziehen. Im Laufe der Zeit wurde er wie ein Wertpapier verkauft und kam teilweise in weltlichen Besitz. Da die Erträge von Jahr zu Jahr schwankten, ebenso die Ablieferung bei weiten Wegen und in Kriegszeiten Schwierigkeiten machte, wurde der Zehnte vielfach in Geld umgewandelt. Die Höhe schwankte zwischen 2 und 5 Schillingen, z.B. „Hörmann 2 Schillinge, Bösing 5 Schillinge“, beim Getreidezehnten und beim Viehzehnten zwischen 1/2 - 1, 1/ 2 Reichstaler: Bei einigen Bauern wurde der Getreidezehnte durch eine gleichbleibende Korn- oder Geldrente ersetzt. „Ewering 9 Schelfel (180 kg) Roggen und 7 Pfennige. Das Kloster Marienborn erhielt jährlich an Viehzehnten: 49 Schweine, 2 Schafe, 30 Gänse und 25 Hühner.
 
Das Meßkorn

Jeder Pferdebauer mußte das Meßkorn an die Kirche, zu der er gehörte, entrichten.
Es betrug imjahre 1725 beim Schulte to Reken 1 Spind (20 kg) Roggen und 2 Spind
(25 kg) Hafeı; bei allen anderen Rekener Bauern 1 Spind Roggen und 1/2 Spind Hafer.

  • Messkorn
  • Messkorn2
Die Willkommschatzung
Die Willkommschatzung Der Beschluss des Landtages verpflichtete alle Einwohner, soweit sie zur Kommunion zugelassen waren (ab 12 Jahre), zur Zahlung der festgesetzten Kopfquote.
 

Das Sterbegeld

 Bei den Germanen, vor allem bei den Sachsen, war es Sitte, dass beim Tode eines Stammesmitgliedes der Stammesfürst dessen Schwert, Speer und Pferd erhielt. Man nannte es das „Heergewedde“. Beim Tode der Frau wurde das beste Kleid abgegeben, das „Besthaupt“ oder „Gewate“.
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Grundherrschaftliche und sonstige Belastungen
Außer den Allgemeinabgaben hatten die Eigenhörigen noch zusätzliche Abgaben an ihre Herrschaft zu entrichten. Diese jährlichen Verpflichtungen bestanden aus Korn-, Vieh-, Fisch-, Krebs- und Wachslieferungen.
 
Die Hand- und Spanndienste
Die Eigenhörigen in Reken mussten für ihre Herrschaft Hand- und Spanndienste leisten.
 
Die Willkommschatzung 
Die Willkommschatzung Der Beschluss des Landtages verpflichtete alle Einwohner, soweit sie zur Kommunion zugelassen waren (ab 12 Jahre), zur Zahlung der festgesetzten Kopfquote. Nicht zahlen brauchten die Mitglieder des Adels und der Geistlichkeit, in den Städten die Bürgermeister, die Schöffen, die Stadtschreiber, alle im Dienst der Stadt stehenden Knechte, Pförtner und die Insassen der Hospitäler, desgleichen die Küster an den Kirchen die Richter und sonstigen öffentlichen Bediensteten. Mittellosen Personen wurde die Steuer erlassen. Die Register der Willkommschatzung von 1498 lassen die Schätzung zu, dass damals etwa 600 Einwohner zu Reken gehörten. Im Jahre 1679 betrug die Willkommschatzung je Bauer teils 8, teils l 1 Schillinge. In dieser Schatzungsaufstellung wurden alle zur Zahlung verpflichteten Rekener namentlich aufgeführt. Interessant dürften die damaligen Vornamen sein: männlich: Joan, Gottert, Werner. Bernt, Hendrik, Gosen. Albert, Gert, Rolef. Hermann, Lambert, Wilhelm. Jurien, Enert, Wolter, Rouwel, Luderke, Wessel, Arnt und Clawes weiblich: Aleke, Geseke, Elseke, Katherine, Assele, Gebbe, Gertrud, Engele, Neele, Cone, Fenne, Jutte, Stiene, Margareta, Anne, Kunne, Mette, Beyle, Drude.
Einen Josef oder eine Maria gab es damals eigenartigerweise noch nicht.
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Das Sterbegeld
 Bei den Germanen, vor allem bei den Sachsen, war es Sitte, dass beim Tode eines Stammesmitgliedes der Stammesfürst dessen Schwert, Speer und Pferd erhielt. Man nannte es das „Heergewedde“. Beim Tode der Frau wurde das beste Kleid abgegeben, das „Besthaupt“ oder „Gewate“. Diese Abgabe wurde beibehalten und von den Fürsten oder den weltlichen oder kirchlichen Herrschaften, denen die Bauern unterstellt waren, eingezogen (Erbschaftssteuer). Bei den Eigenhörigen wurde beim Tode des Hofbesitzers der Erbe noch zusätzlich mit dem Gewinngeld belastet. Um 1750 betrug das Sterbegeld im Durchschnitt 120 Reichsthaler und das Gewinngeld 10 Reichsthaler. Zusätzlich kamen noch 5 Reichsthaler als Sterbekorn für die Verwaltung dazu. Da dies eine große Belastung war, konnte das Geld in mehreren Raten abbezahlt werden.
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Grundherrschaftliche und sonstige Belastungen
Außer den Allgemeinabgaben hatten die Eigenhörigen noch zusätzliche Abgaben an ihre Herrschaft zu entrichten. Diese jährlichen Verpflichtungen bestanden aus Korn-, Vieh-, Fisch-, Krebs- und Wachslieferungen. Zusätzlich mussten noch Hand- und Spanndienste geleistet werden. Der Schulte zu Reken hatte jährlich 13 Schafe für das Domkapitel einzuziehen. Auch musste er für die Lieferung von Fischen und Krebsen sorgen. In den im Rekener Gebiet vorhandenen Sumpf- und Moorflächen lebten früher zahlreiche Krebse. Das Kloster Marienborn erhielt jährlich 50 Scheffel (600 kg) Roggen, 4 Scheffel (80 kg) Gerste und 6 Scheffel (75 kg) Hafer. Die an die Kirche zu Reken abgabenpflichtigen 13 Bauern müssten jährlich 65 1/ 2 Scheffel (1.310 kg) Roggen liefern. Ab 1400 wurde ein Großteil der Abgaben in Geld umgewandelt. Die höchsten Beträge zahlten damals die Bauern lllerhues und Röhling mit je 5 Schillingen. Andere brauchten nur 30, 20 oder 10 Pfennige zahlen.
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Die Hand- und Spanndienste
Die Eigenhörigen in Reken mussten für ihre Herrschaft Hand- und Spanndienste leisten. Auch müssten sie die „Rinvoren“ (Rheinfuhren) tätigen. Nach den Handelszentren Köln, Deventer und Utrecht wurden Leinen, Wolle und Wollbekleidung geliefert und auf der Rückfahrt Wein, Fische und Gewürze mitgebracht. Nach Umwandlung dieser Rheinfuhren in eine Geldsumme zog der Schulte zu Reken diese in 2 Raten ein, für die erste Rate - 1 Pfennig und die zweite Rate - 5 Halblinge. Das Kloster Marienborn hielt bis 1750 an den Hand- und Spanndiensten fest. Diese bestanden aus 5 Tagen jährlicher Arbeitsleistung, wie Erntebergung, Holzfallen, Treiben auf der Jagd usw.

Die Kinder der Hof- oder Eigenhörigen mussten 1/2 Jahr bei ihrer Herrschaft Dienst leisten. Auch dieser Dienst wurde durch Geld ersetzt. Im Jahre 1780 Waren es bei einem Sohn 5 Reichsthaler, bei einer Tochter 2 Reichsthaler. Für die Heirat brauchten sie die Erlaubnis, die erst nach Zahlung des Heiratskornes erteilt wurde.
Falls sie in die Stadt oder an einen anderen Ort ziehen wollten, müssten sie sich freikaufen. Dafür erhielten sie den Freibrief. Der Freikauf konnte auch sonst vorgenommen werden. Deshalb waren die meisten Rekener Brinksitzer oder Kötter „freien Standes".

Die Dorf Kötter hatten vom Schulzenhof das „Hurland“ in Erbpacht. Der Schulte müsste dafür an das Domkapitel 4 Schillinge jährlich zahlen, wofür wiederum diese Erbpächter 3 Tage Handdienst im Jahr auf dem Schultenhof leisten mussten. 1790 Waren es 17 Dorfkötter.

Ein Teil der Rekener Kötter War „wachspflichtig“. Sie mussten Bienenwachs an verschiedene kirchliche Stellen abliefern. Wachs wurde für die Herstellung von Kerzen gebraucht.

Die Umstellung der Dienst- und Abgabenleistungen in eine Geldsumme bedeutete eine erhebliche Erleichterung für die Abgabenpflichtigen. Im Allgemeinen waren die Abgaben nicht zu groß und durchaus tragbar. Auch nahm man es mit der Lieferfrist nicht allzu genau. In den Jahren 1256 und 1296 drohte der Bischof von Münster den Säumigen mit Ausschluss aus der Kirche. Um 1600 waren einige Bauern mit ihrer Ablieferung bis zu 10 Jahre im Rückstand. In Notzeiten wurden sie des Öfteren ganz erlassen.

 
  • Gruender Steuer
  • Feuerstaetten Steuer
  • Einwohner Steuer
  • Handlungs Steuer
  • Vieh steuer
 
Trotz der Abgaben und der Eigenhörigkeit der meisten Rekener Bauern waren die Lebensbedingungen gegenüber vielen Bauern in anderen Orten gar nicht so schlecht. Die alte Gemeinfreiheit war erhalten geblieben. Darüber wachten die Hof- und Freigerichte und die bäuerliche Hofgemeinschaft auf wirtschaftlichem Gebiet. Die örtliche Selbstverwaltung ließ keine Behörden-Diktatur aufkommen, und die Rekener Bevölkerung, ob völlig Freie, Eigenhörige, Kötter oder Heuerlinge, bildeten eine freie, große Gemeinschaft, die sich ihrer Heimat bewusst War. Dieses bildete den Grundstock dafür, dass alle Rekener Höfe Jahrhunderte lang erhalten und in Familienbesitz geblieben sind.
 
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