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 Das Kaiserreich / 1. Weltkrieg

Im autoritären Kaiserreich mit seinem Dreiklassenwahlrecht und der politischen Rechtlosigkeit der Frauen waren die politisch-gesellschaftlichen Eliten nicht an einer dem Fortschritt in der Industrialisierung entsprechenden Emanzipation der "3. Klasse" interessiert. Kaiser und Reichskanzler entwarfen ohne parlamentarische Kontrolle mit einer abenteuerlich provozierenden "Politik" ein Rüstungsprogramm für einen "unausweichlichen" Krieg, den sie als "Verteidigungskrieg" die Männer eben jener 3. Klasse als "Menschenmaterial" führen liessen.

Im autoritären Kaiserreich mit seinem Dreiklassenwahlrecht und der politischen Rechtlosigkeit der Frauen waren die politisch-gesellschaftlichen Eliten nicht an einer dem Fortschritt in der Industrialisierung entsprechenden Emanzipation der "3. Klasse" interessiert. Kaiser und Reichskanzler entwarfen ohne parlamentarische Kontrolle mit einer abenteuerlich provozierenden "Politik" ein Rüstungsprogramm für einen "unausweichlichen" Krieg, den sie als "Verteidigungskrieg" die Männer eben jener 3. Klasse als "Menschenmaterial" führen liessen.
Die wahren Kriegsziele (Septemberprogramm) wurden verschleiert und stattdessen die Gewissheit zu verbreiten versucht, man würde bis Weihnachten 1914 siegen. Mit Begeisterung ist in Reken wohl kaum jemand losgezogen, fehlten doch die rekrutierten Männer als Arbeitskräfte auf den Höfen. So wurde auch die daheimgebliebene Zivilgesellschaft bedingungslos als "Heimatfront" in den Krieg einbezogen.
Bereits unmittelbar nach Kriegsbeginn kam es hier zu Versorgungsengpässen, hatten es doch die menschenverachtenden Generäle nicht für nötig befunden, Versorgungsstrukturen v.a. im ländlichen Raum zu entwickeln. Man siegte ja bis Weihnachten.....Pferde und Züge wurden mit zunehmender Kriegsdauer vom Militär beansprucht. Die Bauern hatten bei Androhung von Strafe Lebensmittel zu festgesetzten( niedrigen) Preisen zentral abzugeben, Milch- und Fleischerzeugung gingen zurück, die Preise stiegen. Dennoch versuchten hier in Reken der Kriegerverein, die Schulen und vor allem der katholische Arbeiterverein St. Josef Kriegszuversicht zu verbreiten bzw. aufrecht zu erhalten.
Die Reichsregierung hatte kurz nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges am 4. August 1914 die gesetzliche Noteneinlösungspflicht der Reichsbank in Gold aufgehoben. (Aufhebung des Goldankers = gesetzliche Dritteldeckung der Reichsbanknoten durch Gold). Der Plan war vor Kriegsbeginn insgeheim entstanden; er wurde von der sogenannten „nationalen Begeisterung“ getragen. Diese Geldvermehrung sollte durch Kriegsanleihen anstatt durch Steuern gegenfinanziert werden. Denn der Aufmarsch und die Versorgung der deutschen Streitkräfte, deren Stärke nach der Mobilmachung auf mehrere Millionen anwuchs, brachte nie dagewesene Kosten mit sich. Schulkinder sammelten und verschickten Feldpostpäckchen "ins Feld" und sammeln immer wieder Goldgeld oder -gegenstände. Dafür erhielten sie einen Tag schulfrei.
So finanzierten die Menschen auch hier in Reken den Krieg der Generäle und Eisenbarone, gaben Gold für Eisen, ließen es zu, dass Kirchenglocken eingeschmolzen wurden- die sie nach Kriegsende jeweils wieder auf eigene Kosten neu anschaffen ließen- und das Reich hatte im Nov.1918  136 Mrd. Schulden bei seinen BürgerInnen.
Diese finanziellen Lasten ebenso wie die medizinischen, sozialen überließen die Generäle großzügig der 1. Republik nachdem sie erkennen mussten, dass militärisch kein "Siegfrieden" mehr zu erreichen war. Im Kreis Borken mussten tausende Witwen und "Kriegskrüppel" versorgt, musste eine Mangelwirtschaft verwaltet werden. Für den Nov. 1918 vermeldet die Groß-Rekener Schulchronik, dass 50% der Schulkinder fehlten und die Schule wegen der "spanischen Grippe" geschlossen werde müsse. Das musste sie vom 16.-21.12 1918 erneut. 148 Rekener Männer waren umgekommen.

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