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Die preußische Zeit

 Nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht zu Leipzig zogen am 8. November 1813 russische Kosaken in Reken ein. Damit ging die französische Fremdherrschaft zu Ende. Durch königlich- preußische Order vom 22. November 1815 wurde die Aufstellung eines „Landwehr-Bataillons Borken“ angeordnet, zu dem auch einige Rekener Bürger eingezogen wurden.

Am 2. Februar 1814 fand in Borken eine Musterung der wehrfähigen Männer von 1 7 - 40 Jahren statt, wobei durch Losentscheid die Einzuberufenden bestimmt wurden. Am 17. März 1814 fand die Gründung des Landsturmes statt, zu dessen Aufstellung alle Wehrfähigen Männer erfasst wurden. Nach der noch vorhandenen Liste stellte Reken eine Kompanie von 142 Mann Fußvolk und 60 Reitern auf.
Im Riesweg wurde exerziert und auf die Scheibe geschossen. Hauptmann war ein Lammersmann. Der Landsturm brauchte nicht mehr ins Feld auszurücken und wurde 1816 aufgelöst. 

Mit der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress wurde durch Beschluss vom 10. Juli 1815 das ehemalige Fürstbistum Münster Preußen zugeteilt. Der Kreis Borken entstand, und das Kirchspiel Reken wurde in die Gemeinden Groß Reken, Klein Reken und Hülsten aufgeteilt. Die Bevölkerung war mit dieser Neuordnung überhaupt nicht einverstanden. Die unter den Fürstbischöfen an Freiheit gewöhnten Bürger wollten sich nicht den Gesetzen der neuen Machthaber fügen. Das Gefängnis in Bocholt war zeitweise voll belegt mit Rekenern, die Wegen Tätlichkeiten gegen preußische Beamten, Wegen Verhöhnung des preußischen Königs oder Nichtbeachtung der neuen Gesetze bestraft Wurden. In Borkener Beamtenkreisen entstand der Spruch: „Geht nicht nach Reken, dort sind streitlustige rabiate Leute, die von Banditen abstammen.“ Nicht nur in Reken, auch im ganzen Münsterland waren die neuen Landesherren verhasst. Aın 18. Oktober 181 5 wurde in allen Orten der preußische Adler angebracht. In Heiden ist er gleich in der folgenden Nacht zerschlagen und mit Straßenkot beschmiert worden. Folgender Spottvers machte die Runde:

Warte, warte, warte - bald kommt der Bonaparte
Der wird wieder holen - was der Preuß gestohlen
Es gibt nur ein Kaiserreich - es gibt nur ein Wien
Es gibt nur ein Räubernest - und das ist Berlin.

Der Glaube, durch die Auflösung der Leibeigenschaft, der Hofgesetze und der Münsterschen Verfassung würde alles besser werden, erwies sich als ein Irrtum. Die sog. Bauernbefreiung war keine Befreiung im eigentlichen Sinne, denn sie musste erkauft werden. Für die Steuern, Abgaben und Dienstleistungen, die bisher an die Landes- oder Gutsherrschaft entrichtet worden waren, wurde eine Ablösungssumme festgesetzt, die sehr hoch ausfiel. So mussten die Zwei-Pferde-Bauern zwischen 2.000 bis 4.000 Mark bezahlen, was den Wert von 20 Prozent ihrer Höfe ausmachte. Der Fürst Salm-Salm zu Anholt als letzter Landesherr erhielt allein aus Reken eine Ablösungssumme von über 100.000 Mark Gleichzeitig führten die neuen Landesherren eine jährliche Steuer auf alles Vieh und Grund und Boden ein, die neben der Ablösungssumme eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellte.

Das Urkataster, dessen Vermessung schon 50 Jahre vorher unter den Fürstbischöfen begonnen hatte, wurde 1821 beendet. Darin war der Grund und Boden in Steuerklassen eingeteilt, die zur Erfassung der Grundsteuer dienten. Es zeigte uns auch, dass der größte Teil der Rekener Grundfläche aus Sumpf, Moor und Heide bestand. Den zweitgrößten Teil nahm die Ackerfläche ein, bedingt durch die Dreifelder-Wirtschaft. Kaum nennenswert sind die Wiesen- und Weideflächen, denn Milchvieh wurde nur für den eigenen Bedarf gehalten. Waldflächen gab es auch sehr wenig. Außer den Eichenbatunbestän- den, in denen die Höfe lagen, waren nur einige große Wälder vorhanden: im Hubertustal in Klein-Reken ein großer Eichenbestand, ein Buchen- und Eichenwald, der sich von der Heidener Straße bis zum Hof Schwering erstreckte, ein Eichenwald im Ortsteil Groß- Reken, der eine Fläche bedeckte, die begrenzt war, vom heutigen Friedhof bis Vogelwiesche und von der Hauptstraße bis zum Lindenweg, worin der Schulzenhof gelegen war.

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