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Die Weimarer Zeit

Auch hier in Reken kamen die Menschen nach Kriegsende nicht zur Ruhe bzw. ließ man ihnen keine Zeit darüber nachzudenken, wozu sie 4 Jahre lang missbraucht worden waren. In all der Not erfuhren sie keinen Beistand von z.B. Pfarrern und Lehrern, im Gegenteil: jetzt galt es gegen eine "Tanzwut" und "Zuchtlosigkeit" der Jugend anzugehen, gegen "die" Sozialdemokratie oder "den" Bolschewismus zu kämpfen und eine angebliche "Entchristlichung" des Lebens zu verhindern.

Auch hier in Reken kamen die Menschen nach Kriegsende nicht zur Ruhe bzw. ließ man ihnen keine Zeit darüber nachzudenken, wozu sie 4 Jahre lang missbraucht worden waren. In all der Not erfuhren sie keinen Beistand von z.B. Pfarrern und Lehrern, im Gegenteil: jetzt galt es gegen eine "Tanzwut" und "Zuchtlosigkeit" der Jugend anzugehen, gegen "die" Sozialdemokratie oder "den" Bolschewismus zu kämpfen und eine angebliche "Entchristlichung" des Lebens zu verhindern.
Im katholischen Arbeiterverein St. Josef durften "Rote" kein Mitglied werden und Zentrum, Junggesellenverein, die DNVP sowie ein gut verzweigtes rechtslastiges Netzwerk sorgten dafür, dass in Reken die demokratisch gewählte Weimarer Republik wahlweise mit Chaos, Bolschewismus oder Sozialdemokratie gleichgesetzt und verachtet, jedenfalls nicht respektiert wurde. " Nach dem so unglücklich verlaufenden Krieg und dem Schmachfrieden, den man uns aufgezwungen hat, ist das Deutsche Volk arm geworden. Wenn nicht bald eine Änderung eintritt, sind wir unweigerlich zu einem Bettelvolk der Welt abgestempelt" hieß es beispielsweise 1925 im Jahresbericht der Feuerwehr.
Angeblich "goldene Jahren" der Kaiserzeit wurden beschworen, nicht aber deren Hinterlassenschaften aufgedeckt. In Reken trauerte man eher dem Verlust angeblich geordneter Zustände nach und sehnte diffus erneut solche herbei. Dass zu diesen Hinterlassenschaften auch der sog. "Börsenkrach" des Jahres 1929 gehörte, geriet nicht ins Blickfeld, wurde vielmehr dem "System" angelastet, das interessierte Kreise aus Reichswehr, Banken und Industriellen von Beginn abzuschaffen trachteten.
Dass dann in ganz Deutschland 1932 nur noch etwa 1/3 aller Angestellten und Arbeiter einen Vollzeitjob und den zu einem Lohn hatten, der 45% unter dem Existenzminimum lag, dass in Reken von den ca. 250 Bergleuten etwa 200 arbeitslos waren und viele Familien von "Wohlfahrt" leben mussten, dafür wurde jetzt seitens der NSDAP der "Schandfriede", das "jüdische Weltkapital", "der" Weltbolschewismus o.ä. verantwortlich gemacht.
Dennoch hat es weder reichsweit geschweige denn hier in Reken bis zum März 1933 Stimmenmehrheiten für die NSDAP gegeben- von 2 Ortsteilen abgesehen.

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