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Der Nationalsozialismus / 2. Weltkrieg

Das Westmünsterland drohte für die Nationalsozialisten eine uneinnehhmbare Festung des katholischen Zentrum zu bleiben. Diese im wörtlichen Sinne zu schleifen gelang der 1. NSDAP-Ortsgruppe in diesem Gebiet von Klein Reken aus. Hier hatte sich besonders Franz Bösing als "alter Kämpfer" hervorgetan.

Das Westmünsterland drohte für die Nationalsozialisten eine uneinnehhmbare Festung des katholischen Zentrum zu bleiben. Diese im wörtlichen Sinne zu schleifen gelang von der 1. NSDAP Ortsgruppe in diesem Gebiet, von Klein Reken aus. Hier hatte sich besonders Franz Bösing als "alter Kämpfer" hervorgetan. Ab Oktober 1932, zeitweise von den Schlägertrupps abgezogen und in Parteischulungen auf Führung und Judenhass vorbereitet, gelang es ihm in Personalunion mit dem damaligen Landrat Dr. Cremerius, 1933 zum Kreisbauernführer und fast zeitgleich zum kommissarischen Bürgermeister in Reken ernannt zu werden. Durch Einschüchterungen seiner Parteigenossen einerseits und Verwaltungstricks andererseits wurde er schließlich im Februar 1935 auch offiziell zum Amtbürgermeister der Gemeinde Heiden-Reken – ohne jemals gewählt worden zu sein.
Man übersieht bei der Betrachtung des nationalsozialistischen Systems häufig, dass dieses zwar ein Unrechts- und Willkürsystem gewesen ist, die Willkür und das Unrecht aber fast ausschließlich die Nicht-Zugehörigen traf, während die Mitglieder der Volksgemeinschaft nach wie vor in weiten Bereichen sowohl Rechtssicherheit als auch staatliche Fürsorge genossen.("Auf den Strassen war es nachts aber sicher ...")
Es gibt im Zusammenhang mit diesem Gesellschaftsverbrechen keine Zuschauer, es gibt auch keine Unbeteiligten. Es gibt nur Menschen, die , jeder auf seine Weise – der eine intensiver und engagierter, der andere skeptischer und gleichgültiger – eine gemeinsame soziale Wirklichkeit herstellen. Die gesellschaftliche Wirklichkeit des "Dritten Reiches" funktionierte wie ein soziales Parallelogramm, in dem sich die emotionale und materielle Lage der nichtjüdischen Deutschen in dem Maße verbesserte, wie sich die Situation der "Nichtarier" verschlechterte. Die Ausgrenzung der Juden war nicht nur Herrschaftszweck, sondern auch Herrschaftsinstrument.
Vor dem Hintergrund dieser in Gesetze und Maßnahmen gegossenen Rassenideologie konnte sich noch jeder sozial deklassierte, ungelernte Arbeiter ideell jedem jüdischen Schriftsteller, Schauspieler oder Geschäftsmann überlegen fühlen, zumal dann, wenn der gesellschaftliche Prozess die faktische soziale und materielle Deklassierung der Juden durchsetzte. Die Aufwertung, die der Volksgenosse auf diese Weise erfuhr, bestand auch im Gefühl einer relativ verringerten sozialen Gefährdung - einem ganz neuen Lebensgefühl in einer exklusiven Volksgemeinschaft, zu der man nach den 'wissenschaftlichen' Gesetzen der Rassenauslese unabänderlich gehörte und zu der "die anderen" genauso unabänderlich niemals gehören konnten. 
Das ganze mythisch aufgeblähte Wortgeklingel verbunden mit angeblich germanisch nordischer Ästhetisierung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch in Reken vor allem um zweierlei ging:
Rassenhass und Kriegstreiberei.

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