Der Ortsteil Maria-Veen

Im Jahre 1886 besichtigte der Graf Landsberg-Velen und der Pfarrer Harrier eine Neukultur im Rekener Venn. Dabei kam ihnen der Gedanke, nach Bodelschwinghschem Vorbild eine Arbeiter-Kolonie für obdachlose Männer zu gründen, welche die Urbarmachung der großen Sumpf- und Moorflächen in und um Reken durchführen könnten.Nach Rücksprache mit dem Bischof zu Münster und dem Oberpräsidenten der Provinz Westfalen wurde im Frühjahr 1887 der „Verein für Katholische Arbeiter-Kolonien Westfalen“ aus der Taufe gehoben. Als Standort für die neue Kolonie entschloss man sich einen Platz zu wählen, der an der neuerbauten Eisenbahnlinie liegen sollte, deren Trasse in der Middelbauerschaft durch die Große Heide und entlang dem Doven Venn führte.
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 Dr Maximilian Graf
von Landsberg-Velen
 Pfarrer Herrmann Harrier

Arbeiterkolonie (Haus Maria Veen)

Das hohe Verdienst der ersten Anregung und der vorbereitenden Arbeiten für die Gründung der Arbeiterkolonie gebührt dem Grafen Maximilian von Landsberg- Velen und dem Pfarrer Hermann Harrier zu Groß-Reken. Die wirtschaftliche Not der Einwohner der Gemeinde Groß-Reken nach Kräften zu heben, war stets das Bestreben des edlen, weitblickenden Pfarrers. Es war ihm ohne weiteres klar, dass dieses Ziel ohne Aufschluss der weiten zur Gemeinde Groß-Reken gehörigen Moorflächen schlechthin nie erreicht werden könnte. „Leben ins Moor zu bringen“ war das Ziel, dem sein Denken und Streben galt. Doch wie? Gelegentlich der Besichtigung einer Neukultur, der sogenannten Pastoratswiese „Aestenbrock“ im Groß-Rekener Venn, durch den Grafen M. von Landsberg-Velen und den Pfarrer Harrier tauchte zuerst der Gedanke auf an die Gründung einer Arbeiterkolonie im Groß-Rekener Venn nach Bodelschwingh'schem Muster.
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 Pfarrer Herrmann Harrier  Dr Maximilian Graf von Landsberg-Velen

Benediktushof 

 Neben der Sorge um die Wanderarbeiter war die Trinkerfürsorge eine der Aufgaben, die sich der Verein für Kath. Arbeiterkolonien gestellt hatte. Es zeigte sich bald, dass diese (sollte sie Breitenwirkung haben) differenzierter gestaltet werden musste. Wohl hatte man sich auch in der Kolonie immer schon der Trinkerheilung angenommen, denn sie war dort vielfach unumgänglich. Doch wurden hier zumeist nur Süchtige der unteren sozialen Schichten erfasst. Die Kranken aus besseren häuslichen Verhältnissen scheuten sich, eine Entziehungskur in Maria Veen mitzumachen. Um auch diese betreuen zu können, beschloss der Verein, ein eigenes Haus zu errichten, das solchen Bedürfnissen Rechnung trug. Es sollte eine individuellere Note bekommen, nicht zu viele und zu große Gemeinschaftsräume, sondern mehr Einzelzimmer haben und unter ärztlicher Betreuung eines Hausarztes stehen. Zu den Kosten müssten die Patienten beisteuern. So entstand im Jahre 1901 unweit der Kolonie gegenüber den Bahngleisen der „Bernardushof `, benannt nach dem Ordensstifter der Trappisten, die auch die Leitung dieses Hauses übernahmen.
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 Bernadushof 1902 Bernadushof 1902

Kirche und Pfarrei St. Marien

Die Trappisten hatten in den ersten Jahren ihrer Anwesenheit in Maria Veen in erstaunlich rascher Folge ein großes Gebäude nach dem anderen errichtet. Als sie ein Dutzend Jahre in Reken gearbeitet und gebetet hatten, war in der kargen Moorland- schaft ein Zentrum mönchischen Lebens entstanden, in dessen Ausstrahlung hunderte von Nichtsesshaften wieder zu einem geregelten Leben gefunden hatten. Pfarrer Harrier ist von dem Bautempo so beeindruckt, dass er in seiner Chronik bewundernd feststellt: "Jedes Jahr Wuchs wie ein Pilz aus der Erde ein großer Neubau.“ Doch das Jahrhundert war zu Ende, und noch immer hatten die Trappisten nicht, was sie als Mönche für ihr Chorgebet vor allem ersehnten; eine würdige Klosterkirche. Ihr zisterziensisches Klosterquadrat bedurfte dringend der Vollendung.
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 Kloster St. Marien

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Die Schulen

Die Volksschulen Waren ursprünglich kirchliche Einrichtungen, die die Kinder in Religion unterrichten. Sie entwickelten sich nach und nach aber zu elementaren Bildungseinrichtungen. Neben dem Religionsunterricht erhielten die Kinder Unterricht im Lesen, Schreiben und Rechnen.
Bis zum 18. Jahrhundert wurde die Schulaufsicht von kirchlichen Organen wahrgenommen. Zu Beginn des 19.Jahrhunderts erkannte auch der Staat die Wichtigkeit von Schulen und leistete finanzielle Unterstützung, indem er Zuschüsse zu den Lehrergehältern gab.
Die Schulen vor und zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren äußerst primitiv. Die Lehrer waren schlecht ausgebildet und übten ihre Tätigkeit als Nebenbeschäftigung aus, welche von den Eltern, die ihre Kinder in die Schule schickten, bezahlt wurde.

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